Zur Startseite der Aktion Meditech

Navigation

„Ich bin froh, dass meine Ärzte an die LifeVest gedacht haben“ 27.07.2017    

Irene Holzer, 29, ist in der 33. Schwangerschaftswoche und freut sich schon auf die kleine Mara. Von einem Tag auf den anderen entwickelt sie plötzlich Schmerzen und Atemnot. Im Krankenhaus wird eine lebensbedrohliche Aortendissektion (Aufspaltung der Hauptschlagader) festgestellt. In einer Notoperation wird das Baby geholt und die Hauptschlagader wiederhergestellt. Allerdings: Die Pumpleistung des Herzens erweist sich als sehr schlecht. Nach künstlichem Koma und mehreren Wochen Intensivüberwachung kann die junge Mutter endlich entlassen werden. Da ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod besteht, verordnen die Ärzte eine LifeVest Defibrillatorweste zu ihrem Schutz.

"Im Nachhinein dachte ich: Vielleich war es ganz gut, dass ich schwanger war. Sonst wäre ich vielleicht gar nicht zum Arzt gegangen. Am 27. April, da war ich in der 33. Schwangerschaftswoche, hatte ich plötzlich starke Schmerzen am Hals und konnte nur schwer atmen. In den Untersuchungen des Hausarztes konnte erst einmal nichts festgestellt werden.

Als es am nächsten Tag nicht besser wurde, wurde festgestellt, dass ich an einer Aortendissektion litt. Bei dieser Erkrankung spaltet sich die Hauptschlagader auf, so dass die Blutversorgung des Körpers nicht mehr richtig funktioniert. Weil dies lebensbedrohlich ist, ging alles sehr schnell. In einer Notoperation wurde erst das Baby geholt. Dann wurde die Hauptschlagader rekonstruiert.

Die Ärzte versetzten mich nach der Operation für acht Tage in ein künstliches Koma, damit sich das Herz erholen konnte. Mit der Kleinen wäre das wahrscheinlich sonst zu viel Aufregung für mich gewesen. Währenddessen wurden Herzrhythmusstörungen bei mir festgestellt. Man vermutete eine Herzerkrankung, die sich schwangerschaftsinduzierte Kardiomyopathie (PPCM) nennt. Das ist eine lebensgefährliche Herzschwäche, die am Ende oder nach der Schwangerschaft auftritt. Die Pumpleistung meines Herzens lag nur noch bei 20 - 25%, normal wären 55 – 70%. Damit hatte ich ein erhöhtes Risiko, einen plötzlichen Herztod zu erleiden.

Als ich wieder aufwachte, war die kleine Mara da. Das war schön, aber in meiner Situation auch sehr anstrengend. Man hatte mir bereits während des Tiefschlafs das Kind auf die Brust gelegt. Das war für uns beide sehr wichtig und war ein großes Verdienst der Neugeborenenstation. Aufgrund der langen Narkose verstand ich eine Zeit lang nicht, was mit mir passierte. Ich hatte Angst, und meine Gedanken kreisten natürlich um das Kind: Wirst du das hinkriegen? Wie soll das alles gehen?

Ich blieb insgesamt vier Wochen im Krankenhaus auf der Intensivstation. Ich erhielt Medikamente, um die Herzschwäche zu behandeln und erholte mich langsam. Am 30. Mai durfte ich das Krankenhaus endlich verlassen und nach Hause zu meiner Familie. Eine Woche später begann ich die Reha. Um mich auch zu Hause und in der Reha vor dem plötzlichen Herztod zu schützen, erhielt ich eine Defibrillatorweste.

Ich bin so froh, dass die Ärzte daran gedacht haben, mir die Defibrillatorweste zu verschreiben. Sie hat mir sehr geholfen: Ich konnte früher nach Hause und schneller in die Reha. Gleichzeitig fühlte ich mich sicher mit ihr, und nach dem vielen Liegen konnte ich mich endlich wieder frei bewegen.

Ich trug die Defibrillatorweste immer – das war mir sehr wichtig. Manchmal spürte ich die Extraschläge meines Herzens und war dann immer beruhigt, wenn die Defibrillatorweste nicht alarmierte. Dann wusste ich, dass diese Extraschläge nicht gefährlich waren.

Nach vier Monaten konnte ich die LifeVest abgeben und die Medikamente absetzen. Die Pumpleistung meines Herzens hatte sich wieder völlig normalisiert.

Früher hätte ich mir die Tage am liebsten mit 48 Stunden gewünscht, weil so viel auf einmal zu tun war. Heute versuche ich, bewusster mit mir selbst umzugehen und die Zeit mit der Familie bewusster zu genießen. Als Familie sind wir durch die Erkrankung noch mehr zusammen gewachsen."

„Ich bin froh, dass meine Ärzte an die LifeVest gedacht haben“

Nachrichten

03.07.2018

Schaufensterkrankheit: Mit minimal-invasivem Eingriff schwerwiegende Folgen vermeiden

Eltville – Nicht nur die Gefäße des Herzens können von Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) betroffen sein, sondern auch die der Extremitäten: Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) – auch als Schaufensterkrankheit bekannt – sollte so früh wie möglich diagnostiziert und... Details
28.06.2018

Herzinfarkt: Schnellstmögliche Behandlung entscheidend

Eltville – Rund 300.000 Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Herzinfarkt. In den meisten Fällen wird dieser durch eine Verengung oder einen kompletten Verschluss einer Herzkranzader ausgelöst. Beim Herzinfarkt wird das Herz nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt.... Details
23.05.2018

Schlaganfall-Risiko Vorhofflimmern: Frühzeitige Diagnose und Therapie wichtig

Eltville – Herzrhythmusstörungen treten in der Bevölkerung relativ häufig auf, mit Vorhofflimmern als häufigster Form. Durch diese Form des Flimmerns pumpt das Herz weniger Blut. Es können sich Blutgerinnsel im linken Vorhof bilden und in das Gehirn gelangen, wo sie ein Blutgefäß verstopfen... Details
17.05.2018

Inkontinenz: Mit elektrischen Impulsen gegen den Drang

Eltville – Zwischen sieben und acht Millionen Frauen und Männer sind in Deutschland von Inkontinenz betroffen: Sie können entweder ihren Harndrang nicht mehr kontrollieren oder haben eine Schließmuskelschwäche des Afters. Harn- und Stuhlinkontinenz sind in der Öffentlichkeit jedoch häufig... Details
14.11.2017

Volkskrankheiten auf dem Vormarsch: Moderne Medizintechnologie rettet Leben

Eltville – Der medizintechnische Fortschritt hilft, die Herausforderungen durch den demografischen Wandel zu meistern: Im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Diabetes, Herzschwäche oder Durchblutungsstörungen spielen medizintechnologische Verfahren eine entscheidende Rolle. Moderne Untersuchungs-... Details

Verwandte Inhalte

25.10.2018

Damit die Prothese nicht mehr wie ein Fremdkörper wirkt

Freiburg – Ein internationales Forschungsteam mit Freiburger Beteiligung entwickelt eine spezielle Kodierung für Stromimpulse. Mit ihrer Hilfe sollen Prothesen nicht mehr wie Fremdkörper wirken.
Das neue Verfahren ermöglicht es Patienten, mit ihrer Armprothese genauer zu greifen und diese... Details
25.10.2018

Pflegepersonal-Stärkungsgesetz: Kritik an DRG-Regelung

Berlin – Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz stößt bei Gesundheitsverbänden auf Kritik. Das zeigen die öffentliche Anhörung im Bundesgesundheitsausschuss und die schriftliche Stellungnahme von Experten. Bereits Ende September wurde das Gesetz im Bundestag diskutiert.
Der AOK-Bundesverband... Details
15.11.2016

Aktion Meditech Medien-Seminar: Gesundheit für Herz und Gefäße

Hamburg – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. Bei der Therapie von Herzerkrankungen profitieren Patienten von innovativen Medizintechnologien. Der medizintechnische Fortschritt ermöglicht schonendere Verfahren und eine bessere Versorgung, wie... Details
18.08.2016

„Ohne medizintechnische Innovationen würde es die moderne Herzchirurgie nicht geben“

In unserem Interview erläutert Professor Dr. med. Ralf Seipelt, Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie der SHG Kliniken Völklingen, den Nutzen fortwährender medizintechnischer Innovationen in der Herzchirurgie unter anderem am Beispiel der TAVI.
Wie wichtig sind medizintechnische... Details

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Barrierefrei nach W3C "Web Content Accessi- bility Guidelines 1.0", Stufe A.