Zur Startseite der Aktion Meditech

Navigation

Hans-Werner Rudloff 28.03.2011    

"Meine Schmerzen wünsche ich niemandem..."

Hans-Werner RudloffMRSA-Erreger sind in Deutschland auf dem Vormarsch: Der 60-jährige Hans-Werner Rudloff aus Wittenberg hat es am eigenen Leib erfahren. Nach einem Arbeitsunfall und einer Operation am linken Fuß litt er über zwei Jahre unter den schweren Folgen einer Infektion mit den multiresistenten Erregern. Um sein Leben zu retten, mussten die Ärzte schließlich sogar sein Bein amputieren

Im Frühjahr 2003 war die Welt von Hans-Werner Rudloff noch in Ordnung. Die Folgen eines Unfalls bei Arbeiten an seinem Wochenendhaus sollten jedoch sein Leben schlagartig verändern: Die zunächst harmlos aussehenden Verletzungen machten eine größere Operation notwendig. Es dauerte mehrere Wochen, bis die tiefe OP-Wunde im Krankenhaus zu heilen begann. Hans-Werner Rudloff: "Für die MRSA-Erreger eine Einladung in mein Bein." Wie sich der lebensfrohe Vater eines Sohns letztlich angesteckt hat, das weiß er nicht genau. Am Anfang merkte er nichts von den gefährlichen Keimen in seinem Körper.

Diagnose per Schnelltest

Die Diagnose war denn auch eher Zufall: Da es weder bei seiner Aufnahme im Krankenhaus, noch bei seiner Entlassung eine Untersuchung auf MRSA gegeben hatte, wurde Rudloff ohne Wissen über die Infektion nach Hause geschickt. Wichtige Zeit für eine rettende Therapie verstrich ungenutzt. Erst die nicht heilenden und schmerzhaften Wunden am betroffenen Fuß und der Besuch beim Hautarzt nach der Anschlussheilbehandlung brachten die Sache ans Licht: Das MRSA-Screening mit einem Schnelltest zeigte einen positiven Befund. Obwohl die Ärzte sofort mit verschiedenen Antibiotika reagierten, war es zu spät: Die resistenten Keime hatten von den tiefen OP-Wunden am Fuß auf den Knochen übergegriffen und fraßen sich bereits unaufhaltsam den Unterschenkelknochen entlang. Die Schmerzsituation wurde unerträglich, selbst stärkste Betäubungsmittel versagten. Rudloff: "Diese Schmerzen wünsche ich niemandem, einfach höllisch!" Nach über zwei Jahren entschied er sich zusammen mit seinen Ärzten für die Amputation des Beines. Es sollte endlich Schluss mit den Qualen und der ständigen Gefahr durch die MRSA-Erreger sein.

Kein flächendeckendes MRSA-Screening

In Kombination mit einer langwierigen Therapie konnte der gefährliche Keim schließlich besiegt werden. Heute gilt Rudloff als MRSA-frei, was ihm bereits mehrere Labortests bescheinigt haben. Was bleibt, ist der Verlust des Beines und der Ärger über den Umgang mit MRSA in Deutschland. Hans-Werner Rudloff ist sich sicher: "Würden in Deutschlands Kliniken - so wie in den Niederlanden - Eingangstests auf MRSA gemacht, könnte vielen Patienten Leid erspart bleiben."

Nachrichten

23.04.2018

Wertschöpfungspotenzial Big Data

München/Düsseldorf – Der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft sieht in Big-Data-Methoden ein großes Wertschöpfungspotenzial für die bayerische Wirtschaft, insbesondere für den Bereich der Gesundheits- und Medizintechnologien. „Individualisierte Medikamente sowie die digitale... Details
23.04.2018

Elektronische Patientenakte: KBV fordert weitere Weichenstellungen

Berlin – Die elektronische Patientenakte (ePA) hat aus Sicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) das Potenzial, die zentrale Herausforderung der Vernetzung im Gesundheitswesen zu meistern. Dazu müssten allerdings einige Kernforderungen umgesetzt werden, teilt die Körperschaft in einem... Details
23.04.2018

Ärztestatistik 2017: Montgomery will nicht nur Köpfe zählen

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) hat die Ärztestatistik 2017 vorgestellt: Im vergangenen Jahr waren im Bundesgebiet 385.149 Ärzte ärztlich tätig – etwas mehr als im Vorjahr (+6.542). „Wer nur Köpfe zählt, macht es sich zu einfach“, kommentiert BÄK-Präsident Prof. Frank Ulrich... Details
23.04.2018

Moderne PET/CT-Scanner spüren Tumoren früher auf als bisher

Berlin – Ein PET/CT-Gerät der neuesten Generation wird jetzt in der Patientenversorgung der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) eingesetzt. Mit dem in Norddeutschland einzigartigen Scanner werden vor allem... Details
23.04.2018

Brauksiepe wird neuer Patientenbeauftragter

Berlin – Dr. Ralf Brauksiepe wird neuer Patientenbeauftragter der Bundesregierung. Das Kabinett hat dem Vorschlag des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn zugestimmt, den CDU-Bundestagsabgeordneten zu berufen. Dr. Ralf Brauksiepe ist 51 Jahre alt und Wirtschaftswissenschaftler. Dem Deutschen... Details

Verwandte Inhalte

23.04.2018

Telemedizin hilft bei Notfällen auf den Halligen

Lübeck/Kiel – Für 750.000 Euro soll auf den Halligen-Inseln vor der Küste Schleswig-Holsteins ein telemedizinisches Assistenzsystem etabliert werden. Damit sollen Kosten reduziert und eine bessere medizinische Direkthilfe geleistet werden. Drei Jahre wird das Telemedizin-Projekt... Details
15.11.2016

Aktion Meditech Medien-Seminar: Gesundheit für Herz und Gefäße

Hamburg – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. Bei der Therapie von Herzerkrankungen profitieren Patienten von innovativen Medizintechnologien. Der medizintechnische Fortschritt ermöglicht schonendere Verfahren und eine bessere Versorgung, wie... Details
18.08.2016

„Ohne medizintechnische Innovationen würde es die moderne Herzchirurgie nicht geben“

In unserem Interview erläutert Professor Dr. med. Ralf Seipelt, Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie der SHG Kliniken Völklingen, den Nutzen fortwährender medizintechnischer Innovationen in der Herzchirurgie unter anderem am Beispiel der TAVI.
Wie wichtig sind medizintechnische... Details
08.06.2016

Flüssigkeitstherapie auf dem OP-Tisch

Während einer Operation und auf der Intensivstation ist die lückenlose Überwachung der Herz- und Kreislauffunktion eines Patienten wesentlich. Um darüber hinaus möglichen Komplikationen vorzubeugen, wird auch empfohlen, das Flüssigkeitsvolumen des Patienten rund um die Operation in einem... Details

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Barrierefrei nach W3C "Web Content Accessi- bility Guidelines 1.0", Stufe A.