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Diethelm Meuser 28.03.2011    

"Nicht die Lebensfreude nehmen lassen"

Diethelm MeuserDiethelm Meuser, 61 Jahre, lebt seit 32 Jahren mit einem künstlichen Blasenausgang.

Alles begann 1973. Diethelm Meuser war gerade 26 Jahre alt geworden und stand mitten im Leben. Doch starke Blasenbeschwerden rissen ihn aus seiner Unbekümmertheit - seinem Beruf als Geschäftsführer im Holzhandel konnte er nur noch schwer nachgehen. Auch an Sport war für den aktiven Mann nicht mehr zu denken. "Ich hatte so starke Schmerzen, dass ich mich gar nicht mehr auf die Straße traute", erinnert sich der passionierte Golfer.

Lange Odyssee

Es folgte ein Arztmarathon mit unterschiedlichsten Diagnoseversuchen. Erst nach einem Jahr fand Meuser Hilfe bei einem in Wiesbaden ansässigen Urologen. Die niederschmetternde Diagnose: "Versagen der rechten Niere". Es folgten wochenlange Infusionen. 1975 wurde die funktionsunfähige Niere schließlich entfernt. Bei dem darauf folgenden Kuraufenthalt wurde jedoch deutlich, dass die Blase immer weiter schrumpfte und am Ende nur noch das Füllvermögen eines kleinen Schnapsglases hatte. "Schrecklich. Ich musste mindestens jede Stunde aufs Klo. Auch nachts. Durch den Schlafmangel war ich auch tagsüber ständig k.o.", blickt Meuser zurück.

Endlich Erleichterung

Im Mai 1976 wurde ihm dann der Harnleiter entfernt und ein künstlicher Blasenausgang, ein so genanntes Stoma, gelegt. Dafür wurde ein Teil der Harnblase über eine zwei bis drei Zentimeter große Öffnung in der Bauchdecke nach außen geleitet. Der Urin verlässt den Körper nun nur noch über das Stoma. Meuser konnte zwischen zwei Versorgungsarten wählen. Die einteilige Versorgung besteht aus Beuteln, deren Öffnung über das Stoma gestülpt und auf die umliegende Haut geklebt wird. Bei der zweiteiligen Stomaversorgung wird zunächst eine Art doppelt beschichtetes Pflaster, Basisplatte genannt, über dem Stoma angebracht. An dieser selbsthaftenden und hautschützenden Basisplatte wird der Beutel befestigt. Gemeinsam mit dem Arzt entschied sich der junge Patient zunächst für die einteilige Variante, die er auch über viele Jahre nutzte. Erst im vergangenen Jahr ist er problemlos auf die zweiteilige Versorgung umgestiegen.

Wieder aktiv im Leben

Leben mit dem künstlichen Ausgang? Für Meuser kein Problem. Das anfängliche Schamgefühl ist sehr schnell der wieder gewonnen Lebensfreude gewichen: "Warum sollte ich mich auch verkriechen? Endlich war ich wieder schmerzfrei!"

Über die Jahre hat er eine eigene Technik entwickelt, die Haut um das Stoma zu pflegen und die Auffangbeutel zu wechseln. Seit dem vergangenen Jahr unterstützt Meuser den Tragekomfort seines Stomas zusätzlich mit einem so genannten modellierbaren Hautschutz, der unerwünschtes Austreten von Urin noch besser verhindert - für den vitalen 61jährigen ein weiterer Gewinn an Sicherheit und Lebensqualität.

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