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„Die Defibrillatorweste war mein Schutzengel“ 23.11.2017    

Friedrich Berndt, 79, ist seit Jahren Herzpatient als er im Frühjahr 2017 plötzlich Atemnot und ein Engegefühl in der Brust verspürt. Die Ärzte stellen eine fortschreitende Verengung der Herzarterien fest. In einer Bypass-OP werden die Engstellen überbrückt. Eine medikamentöse Herzinsuffizienztherapie soll zudem die Herzleistung wieder verbessern. Dem Rentner wird eine LifeVest Defibrillatorweste verschrieben, um ihn während der Reha und bis die Medikamente Wirkung zeigen vor dem plötzlichen Herztod zu schützen. Zwei Wochen nach Beginn der Reha erleidet Herr Berndt ein lebensgefährliches Kammerflimmern. Die Defibrillatorweste rettet ihm das Leben.

„Die Defibrillatorweste war mein Schutzengel“Schon im Alter von 30 Jahren hatte ich hohen Blutdruck und musste dagegen Medikamente nehmen. Im Jahr 2005 wurden mir Stents gesetzt, um meine Herzkranzgefäße zu stützen, und im Jahr 2011 erhielt ich einen Herzschrittmacher. Es ging mir soweit ganz gut, bis ich im Frühjahr 2017 plötzlich schlecht Luft bekam. Die Ärzte stellten fest, dass die drei Hauptstämme meiner Herzarterien verengt waren. Am Gründonnerstag wurde ich zu weiteren Untersuchungen in die Klinik eingeladen. Danach stand fest: Ich musste über Ostern in der Klinik bleiben. Gleich nach den Feiertagen sollten drei Bypässe gelegt werden, um die Verengungen durch gesunde körpereigene Gefäße zu überbrücken.

Nach der Operation und vor der Entlassung in die Rehabilitation wurde mir die Defibrillatorweste erklärt und angepasst. Da meine Herzleistung noch schlecht war, sollte sie mich vorübergehend vor dem plötzlichen Herztod schützen. Das war ein komisches Gefühl – und schon damals hatte ich den Hintergedanken, dass dies mein Schutzengel sein könnte.

Zu Beginn der Reha waren mir die Beine noch etwas schwer. Ich ging deshalb am Rollator und habe schnell herausgefunden, dass ich das Gewicht des LifeVest Monitors gut auf den Rollator verlagern konnte. Aber auch ohne Rollator gewöhnt sich der Körper schnell an die Defibrillatorweste. Ich habe sie schließlich gar nicht mehr gemerkt und habe sie als weich und anschmiegsam empfunden. Auch die Reha-Übungen konnte ich gut mit ihr machen. Was trägt man im Leben an Lasten und Bürden – da ist die LifeVest kein Problem.

Den 9. Mai werde ich in meinem Leben nie wieder vergessen. Ich wollte mich nachmittags etwas ausruhen, weil ich mich müde fühlte. Ganz plötzlich hatte ich ein eigenartiges Gefühl. Ich glaube, dass dies das Kammerflimmern war. Ich wurde bewusstlos. Als ich wieder aufwachte, war mein Bett blau verfärbt. Ich dachte, ich sei an das Gerät gekommen. Heute weiß ich, dass mich die Defibrillatorweste geschockt und ins Leben zurückgeholt hatte. Die blaue Verfärbung stammte von dem leitenden Gel, das die Weste vor dem Schock abgibt, um die Haut zu schützen.

Mit dem Rettungswagen wurde ich in die Klinik gefahren. Am Tag darauf erhielt ich – bei wunderschönem Wetter – einen Implantierbaren Cardioverter-Defibrillator, der mich nun permanent vor dem plötzlichen Herztod schützt.

Wenn die Defibrillatorweste nicht gewesen wäre, wäre ich nicht mehr da. Petrus war wohl der Meinung, ich hätte meine letzte Rate noch nicht gezahlt. Dass dies aufgrund meines Schutzengels, der Defibrillatorweste, so gut ausgegangen ist, macht mich froh.

Heute kann ich wieder laufen, ich kriege Luft, ich lebe! Mit der Familie, meiner Tochter und unserem Enkelsohn fahren wir zu meinem 80. Geburtstag zusammen in den Wellness-Urlaub. Wir helfen und unterstützen uns in der Familie gegenseitig.

Danach bereite ich mich auf meinen 90. Geburtstag vor. Das Wichtigste für mich ist, meinen Humor zu behalten und anderen Menschen zu helfen, die in meiner Situation sind. Ein Lächeln verschönert das Gesicht.

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