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„Die Defi-Weste hat mir geholfen, wieder gesund zu werden“ 11.04.2017    

Mit Brustschmerzen und Atemnot beim Treppensteigen fing für Andreas Hirschberg, 40, alles an. Nach vier Tagen ging er zum Arzt und erfuhr, dass er an einer Herzmuskelentzündung mit einer eingeschränkten Pumpfunktion des Herzens litt. Die Ärzte verschrieben dem Familienvater eine Medikamententherapie, um die Entzündung abzuheilen und die Herzleistung zu verbessern. Währenddessen trug Herr Hirschberg eine LifeVest Defibrillatorweste, um ihn vor dem plötzlichen Herztod zu schützen. Nach 2 ½ Monaten konnte Herr Hirschberg die Defibrillatorweste ablegen: Die Herzleistung hatte sich wieder normalisiert.

„Die Defi-Weste hat mir geholfen, wieder gesund zu werden“Wie es halt so ist: Man geht ja nicht gleich zum Arzt. Da war ich bisher ein typischer Mann. Mitte November an einem Donnerstag wurden die Beschwerden massiv: Ich hatte Brustschmerzen und bekam schlecht Luft beim Treppensteigen. Erst am Montag darauf ging ich zu meinem Hausarzt, der mich direkt ins Krankenhaus einwies. Ich war mehr als eine Woche dort, und nach einigen Untersuchungen stand dann fest: Ich hatte eine Myokarditis, eine Herzmuskelentzündung, mit einer stark eingeschränkten Pumpfunktion von 19 Prozent. Als Grund wurde mein hoher Blutdruck vermutet: Das muss sich langsam aufgebaut haben.

Bei einer Myokarditis besteht immer die Chance, dass sich die Herzleistung mit Hilfe von Medikamenten wieder verbessert. Wenn die Medikamente allerdings nicht wirken und die Herzleistung schlecht bleibt, steht die Implantation eines implantierbaren Cardioverter Defibrillators (ICD) im Raum. Die Ärzte verschrieben mir also für drei Monate eine medikamentöse Insuffizienztherapie. Dazu wurden mir drei Wochen Bettruhe verordnet, und ich bekam die Defibrillatorweste, um mich vor dem erhöhten Risiko eines plötzlichen Herztods zu schützen. Dieses Risiko ist bei Menschen mit einer sehr niedrigen Pumpfunktion ziemlich hoch.

In den ersten Tagen machte ich mir schon Sorgen: Was wird mit meiner Frau und den Kindern, wenn die Krankheit bleibt? Aber mit den Therapiemöglichkeiten und der Defibrillatorweste schöpfte ich wieder Hoffnung. Meine Frau unterstützte mich in dieser Zeit seelisch und moralisch. Es ist gut, wenn jemand da ist, der einen aufbaut und ermutigt.

Die Krankheit beeinträchtigte mich in der Zeit eigentlich gar nicht. Man bewegt sich halt langsamer und schonender. Das Tragen der Weste war nicht unangenehm. Zu Beginn war ich außerdem in Sorge, dass ich den Alarm zu spät höre und keine Zeit habe, die Reaktionstasten zu drücken, um die Behandlung der Weste zu unterbrechen. Aber dann konnte ich mir sagen: Denke nicht darüber nach. Wenn es so ist, dann ist es so. Ich würde anderen Patienten empfehlen, sich nicht verrückt zu machen und das nicht an sich heranzulassen.

Mit der Defibrillatorweste verbinde ich heute, dass ich ohne Operation nach Hause gehen und so gesund werden konnte. Wenn ich in eine andere Klinik gekommen wäre, hätte ich heute vielleicht einen ICD im Körper. Außerdem ist man abgesichert, wenn etwas passiert. So schnell, wie die Defibrillatorweste im Notfall behandeln könnte, ist kein Notarzt da.

Ende Januar konnte ich nach 2 ½ Monaten die Weste abgeben. Meine Pumpleistung hat sich in der Zeit von 19 Prozent auf 54 Prozent normalisiert. Heute denke ich: Man sollte doch einmal mehr zum Arzt gehen, gerade als Mann. Ich messe jetzt jeden Tag den Blutdruck und bin achtsamer mit mir als vorher. Mit der Familie gehen wir jetzt wieder wandern und mit dem Hund spazieren. Wir sind begeisterte Camper und viel mit dem Wohnmobil unterwegs.

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