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Brigitte Götz 01.05.2005    

"Gefäßstatus prüfen - dem Schlaganfall entkommen"

Brigitte GötzBrigitte Götz
früher Pressesprecherin; heute Rentnerin
66 Jahre, lebt in Hamburg
ihre verengten Halsschlagadern wurden durch Carotis-Stenting geweitet

Brigitte Götz ist 60 Jahre alt und lebt in Hamburg. Seit kurzem ist sie Rentnerin und seitdem ständig auf Achse. Durch Zufall entdeckten Ärzte vor sechs Jahren eine scheinbar harmlose Verengung ihrer Halsschlagadern. Wegen Schwindel und stechender Schmerzen beim Luftholen wandte Frau Götz sich wenig später an einen Gefäßspezialisten. Dessen Diagnose traf sie wie ein Schlag aus heiterem Himmel: Akute Lebensgefahr durch stark verengte Halsschlagadern und Herzkranzgefäße! Dass sie heute aktiv und quicklebendig ist, verdankt sie ihren Ärzten und einem neuen Verfahren, dem Carotis-Stenting.

Vor einigen Jahren entdeckte der Hausarzt die zu hohen Cholesterinwerte von Frau Götz und ließ ihren Gefäßstatus ermitteln. Seine Beurteilung: "Leichte Verengung der Halsschlagadern, nicht relevant aber auch nicht harmlos, deshalb sollten Sie das beobachten." Die beruflich aktive Pressesprecherin hatte keine Beschwerden und nahm den Rat deshalb nicht ernst. Doch bald darauf stellten sich erste Symptome ein: Schwindelanfälle, Probleme mit dem Gleichgewicht. Brigitte Götz ging zu einem Hamburger Gefäßspezialisten.

"Hätte ich länger gewartet, würde ich heute vielleicht nicht mehr leben!"

Beide Halsschlagadern waren zu diesem Zeitpunkt schon zu 80 Prozent verengt, die Herzkranzgefäße stark verkalkt. Bleibt ein solcher Gefäßzustand unbehandelt, droht akute Schlaganfall- oder sogar Lebensgefahr. Schon kurze Zeit später wurde Brigitte Götz mit Carotis-Stenting an beiden Halsschlagadern und mit einer Bypass-Operation am Herzen behandelt.

Verkalkte Gefäße – das schleichende Gesundheitsrisiko
Gefäßverengungen entstehen durch Fett- und Kalkablagerungen (Plaques). Sie behindern den Blutfluss, so dass die Organe zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe bekommen. Besonders gefährlich sind Verengungen der Halsschlagadern (Carotiden): Denn von hier aus können kleine Verkalkungsteilchen leicht in das Gehirn gelangen und dort zum Schlaganfall führen. Die Folgen sind bekannt - dauerhafte Behinderungen wie Lähmungen, Beeinträchtigungen der Sprache oder Sehstörungen, schlimmstenfalls der Tod.

"Verengte Halsschlagadern sind heimtückisch, denn man spürt sie nicht," so Brigitte Götz. "Meine Beschwerden, die zur Entdeckung des Problems führten, kamen vom Herzen."

Schonend und minimal-invasiv
Sie hatte Glück im Unglück: Ihr Arzt ist Experte für Carotis-Stenting, ein noch junges Verfahren zur Behandlung verengter Halsschlagadern. Diese minimal-invasive Behandlung ist besonders schonend, denn sie kann in der Regel unter örtlicher Betäubung erfolgen, erfordert keinen Hautschnitt am Hals, belastet das Gefäß und die umliegenden Halsnerven weniger und ist nicht mit einem Operationstrauma verbunden. Zudem können per Carotis-Stenting auch solche Gefäße erreicht werden, die einem operativen Eingriff nicht zugänglich sind (z.B. nahe der Schädelbasis). Die Verengung wird zunächst mit einem Ballon geweitet, der über einen Katheter bis zur betroffenen Stelle vorgeschoben wird. Zugleich verhindert ein kleines Schirmchen, ein so genanntes Embolieprotektionssystem, dass sich lösende Gerinnsel in das Gehirn vordringen. Dann setzt der Arzt einen Stent (röhrenförmiges Geflecht aus Nitinol) ein, der die Gefäßwand stützt und dauerhaft offen hält. Mit allen Vorbereitungen und der Kontrolle dauert die Prozedur nur eine halbe bis max. zwei Stunden. Betroffene sollten mit ihrem Arzt besprechen, ob statt der herkömmlichen Operation das schonende Carotis-Stenting für sie in Frage kommt.

Knistern und heiße Wellen
Für Brigitte Götz war der Eingriff völlig problem- und schmerzlos. Sie war nur örtlich betäubt und hat alles bewusst miterlebt und am Monitor verfolgt:

"Den Katheter habe ich gar nicht gespürt. Als der Stent gesetzt wurde hat es geknistert und das Kontrastmittel fühlte sich an wie eine heiße Welle."

Schon am nächsten Tag ging sie nach Hause, nur noch mit einem Pflaster an der Einstichstelle für den Katheter in der Leiste. Wenige Monate später, nachdem sie auch die notwendige Bypass-Operation überstanden hatte, setzte der Arzt Brigitte Götz auch in die andere Halsschlagader einen Stent.

"Im Vergleich zu einer Operation ist das wirklich ein Spaziergang! Die Stents sind so klein, dass ich sie nicht tasten kann."

Heute treibt Brigitte Götz dreimal die Woche Sport, achtet auf gesunde Ernährung und genießt ihr Leben mehr denn je. Sie rät jedem Patienten, erste Anzeichen und Beschwerden ernst zu nehmen:

"Nichts auf die lange Bank schieben, möglichst gleich zum Spezialisten gehen, regelmäßig den Gefäßstatus überprüfen lassen!"

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