Zur Startseite der Aktion Meditech

Navigation

Menstruationsstörungen mit Wärme behandeln 19.05.2011    

In Deutschland leidet jede fünfte Frau zwischen 30 und 49 Jahren an Menstruationsstörungen. Die monatlichen Blutungen werden für die Betroffenen so häufig zur Qual: Entweder halten „die Tage“ bis zu zwei Wochen an (medizinisch: Menorrhagie), oder die betroffenen Frauen verlieren täglich doppelt soviel Blut wie üblich (medizinisch: Hypermenorrhoe). Verursacht werden diese Erkrankungen in den meisten Fällen durch eine Veränderung der Gebärmutter, Hormonstörungen sind nur sehr selten der Auslöser. Besonders belastend für die betroffenen Frauen: Sie müssen täglich mehr als fünf Mal ihre Binden wechseln, einen Tampon sogar alle zwei Stunden. Vor diesem Hintergrund kann selbst das alltägliche Einkaufen von Lebensmitteln zu einem großen Problem werden, denn nicht jeder Supermarkt besitzt Zugang zu öffentlichen Toiletten. Das Planen des Alltags rund um das „stille Örtchen“, führt für die Dauer der Menstruation vielfach zum Rückzug aus dem sozialen Leben. Die Folge ist ein drastischer Verlust an Lebensqualität. Hinzu kommt, dass auch die Gesundheit durch die übermäßige Regelblutung deutlich beeinträchtigt wird. So kann sich beispielsweise Eisenmangel bei den Frauen durch Müdigkeit, Infektanfälligkeit, verringerte Leistungsfähigkeit bis hin zur Arbeitsunfähigkeit bemerkbar machen.

Als Therapie der ersten Wahl gilt die Behandlung mit Hormonen. Diese ist in den meisten Fällen jedoch wenig effektiv und nebenwirkungsreich – unangenehme Nebeneffekte wie Gewichtszunahme und Kopfschmerzen können auftreten. Wenn der Leidensdruck zu groß ist, sehen viele Betroffene als einzigen Ausweg die Entfernung der Gebärmutter (medizinisch: Hysterektomie). Die Auswirkungen können aber äußerst belastend sein: Über 20 Prozent der Frauen leiden nach dem Eingriff unter einer Harninkontinenz. Eine weit schonendere Alternative bieten heute minimal-invasive Methoden wie Ausschabung, Laserablation oder das Rollerball-Verfahren. Jedoch stellt die modernste Weiterentwicklung in diesem Bereich die Behandlung mit einem sogenannten Uterusballon dar, eine innovative Therapie der zweiten Generation.

Blutungen durch Hitzebehandlung stoppen
Mittlerweile kann - anstelle einer belastenden Gebärmutterentfernung - die krankhafte Veränderung der Gebärmutterschleimhaut mit Hilfe von Hitzeeinwirkung wirkungsvoll behandelt werden. Ziel der Therapie ist dabei, eine normale Regelblutung oder sogar das Ausbleiben der monatlichen Blutung.

Bei dieser innovativen Methode wird unter schonender Lokalnarkose ein schmaler Ballonkatheter in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Dafür muss der Gebärmutterhals nur ein wenig aufgedehnt werden. Der Ballon entfaltet sich durch das Auffüllen mit einer Glukoselösung und passt sich der Form der Gebärmutter an. Kontrolliert erhitzt, zirkuliert die Flüssigkeit mittels eines aktiven Mechanismus im Inneren des Ballons. Die Wärme wird so gleichmäßig verteilt an die Schleimhaut abgegeben, wodurch sich die zwei für die Menstruation verantwortlichen Schichten in der Gebärmutter ablösen und während der folgenden vier Wochen ausgeschieden werden.

Für die Patientin liegt der wesentliche Fortschritt dieses sanften Verfahrens darin, dass ihre komplette Gebärmutter erhalten bleibt. Weiteres Plus ist die nur 30-minütige Behandlungszeit, zudem kann die Betroffene das Krankenhaus in der Regel schon nach einer Erholungszeit von ein bis zwei Tagen verlassen. Als Begleiterscheinung wurden bislang einzig Krämpfe während und nach der Behandlung von den Patientinnen geäußert, diese können aber wirkungsvoll mit Schmerzmitteln gemindert werden. In den meisten Fällen können die behandelten Frauen nach einem erfolgreichen Eingriff ihr Leben wieder ohne Einschränkungen gestalten. Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft ist gering – aber nicht unmöglich – da die Gebärmutterschleimhaut behandelt wurde: der Eingriff dient also nicht der Verhütung. Diese Methode wird nur jenen Frauen empfohlen, die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen haben. Zudem ist sie nicht anwendbar um Gebärmutterhalskrebs oder Myome zu therapieren.

Nachrichten

03.07.2018

Schaufensterkrankheit: Mit minimal-invasivem Eingriff schwerwiegende Folgen vermeiden

Eltville – Nicht nur die Gefäße des Herzens können von Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) betroffen sein, sondern auch die der Extremitäten: Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) – auch als Schaufensterkrankheit bekannt – sollte so früh wie möglich diagnostiziert und... Details
28.06.2018

Herzinfarkt: Schnellstmögliche Behandlung entscheidend

Eltville – Rund 300.000 Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Herzinfarkt. In den meisten Fällen wird dieser durch eine Verengung oder einen kompletten Verschluss einer Herzkranzader ausgelöst. Beim Herzinfarkt wird das Herz nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt.... Details
23.05.2018

Schlaganfall-Risiko Vorhofflimmern: Frühzeitige Diagnose und Therapie wichtig

Eltville – Herzrhythmusstörungen treten in der Bevölkerung relativ häufig auf, mit Vorhofflimmern als häufigster Form. Durch diese Form des Flimmerns pumpt das Herz weniger Blut. Es können sich Blutgerinnsel im linken Vorhof bilden und in das Gehirn gelangen, wo sie ein Blutgefäß verstopfen... Details
17.05.2018

Inkontinenz: Mit elektrischen Impulsen gegen den Drang

Eltville – Zwischen sieben und acht Millionen Frauen und Männer sind in Deutschland von Inkontinenz betroffen: Sie können entweder ihren Harndrang nicht mehr kontrollieren oder haben eine Schließmuskelschwäche des Afters. Harn- und Stuhlinkontinenz sind in der Öffentlichkeit jedoch häufig... Details
14.11.2017

Volkskrankheiten auf dem Vormarsch: Moderne Medizintechnologie rettet Leben

Eltville – Der medizintechnische Fortschritt hilft, die Herausforderungen durch den demografischen Wandel zu meistern: Im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Diabetes, Herzschwäche oder Durchblutungsstörungen spielen medizintechnologische Verfahren eine entscheidende Rolle. Moderne Untersuchungs-... Details

Verwandte Inhalte

21.08.2018

Steht der Patient bei der Nutzenbewertung im Mittelpunkt?

Berlin – Kann die derzeitige Nutzenbewertung Innovationen in das Gesundheitssystem bringen – ohne den Patienten in den Mittelpunkt zu stellen? Diese Frage diskutieren kürzlich rund 80 Experten auf einer Veranstaltung der Hochschule Neubrandenburg und der B. Braun-Stiftung.
Der Titel der... Details
15.11.2016

Aktion Meditech Medien-Seminar: Gesundheit für Herz und Gefäße

Hamburg – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. Bei der Therapie von Herzerkrankungen profitieren Patienten von innovativen Medizintechnologien. Der medizintechnische Fortschritt ermöglicht schonendere Verfahren und eine bessere Versorgung, wie... Details
18.08.2016

„Ohne medizintechnische Innovationen würde es die moderne Herzchirurgie nicht geben“

In unserem Interview erläutert Professor Dr. med. Ralf Seipelt, Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie der SHG Kliniken Völklingen, den Nutzen fortwährender medizintechnischer Innovationen in der Herzchirurgie unter anderem am Beispiel der TAVI.
Wie wichtig sind medizintechnische... Details
08.06.2016

Flüssigkeitstherapie auf dem OP-Tisch

Während einer Operation und auf der Intensivstation ist die lückenlose Überwachung der Herz- und Kreislauffunktion eines Patienten wesentlich. Um darüber hinaus möglichen Komplikationen vorzubeugen, wird auch empfohlen, das Flüssigkeitsvolumen des Patienten rund um die Operation in einem... Details

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Barrierefrei nach W3C "Web Content Accessi- bility Guidelines 1.0", Stufe A.