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Gebärmutter-Myome: alles andere als harmlos! 19.05.2011    

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Maßgeblich am Erfolg der Embolisation beteiligt: winzige Partikel aus Kunststoff, die die Blutversorgung des Myoms gezielt verringern oder ganz unterbrechen. Die Wucherung wird regelrecht ausgehungert und schrumpft.
Schmerzen und Krämpfe im Unterleib, ständiger Harndrang oder unregelmäßige und starke Menstruationsblutungen: Gutartige Tumoren in der Gebärmutter, so genannte Myome, können zur reinsten Qual werden. Bei den Wucherungen handelt es sich zwar nicht um Krebs - trotzdem sind sie alles andere als harmlos. Rund vier Millionen Frauen zwischen 14 und 45 Jahren sind in Deutschland davon betroffen. Entdeckt werden die Tumoren meistens erst, wenn sie bereits tastbar sind. Dann leiden die Patientinnen in vielen Fällen schon unter starken Beschwerden.

Entfernung der Gebärmutter oft unnötig
Die unkontrolliert wachsenden Knoten werden anfänglich häufig mit Medikamenten bekämpft. Wenn sie nicht anschlagen und die Myome weiter wachsen oder zumindest nicht kleiner werden, scheint eine Operation unausweichlich. Oft empfiehlt der behandelnde Arzt sogar die Entfernung der gesamten Gebärmutter (Hysterektomie). Ein Schock für die meisten Betroffenen. Neben der verständlichen Angst vor einer großen Operation unter Vollnarkose wiegen für viele Frauen die befürchteten körperlichen und psychischen Folgen einer solchen Total-OP mindestens genauso schwer. Die Gebärmutter ist ein wichtiger Teil ihrer Weiblichkeit, den sie nicht verlieren möchten. Die schlimmen Folgen können zu früh einsetzende Wechseljahre, Depressionen oder Partnerschaftsprobleme sein. Lange Zeit fehlten erfolgreiche Behandlungsmethoden als Alternative, doch nun können viele Frauen wieder Hoffnung schöpfen. Durch ein neues Verfahren ist die Uterusentfernung oft unnötig. Die so genannte Myom-Embolisation ermöglicht den Erhalt der Gebärmutter und bekämpft gleichzeitig effektiv und schonend die Tumoren.

Den Tumor aushungern
Die Methode bedient sich dazu eines medizinischen Tricks: Wie alle Tumoren sind auch Myome sehr gut durchblutet. Nur eine ausreichende Blutversorgung sichert ihr ungehemmtes Zellwachstum. Genau hier setzt das Verfahren an. Durch einen künstlichen Infarkt - einer gezielten Verstopfung (Embolisation) von Arterien, die das Myom versorgen - wird die Blutzufuhr verringert oder ganz unterbrochen. Die Wucherung wird dadurch regelrecht ausgehungert und schrumpft. Mit abnehmender Größe nehmen auch die Beschwerden ab: Gebärmutterkrämpfe, eine drückende Harnblase oder schwere Blutungen gehören bald der Vergangenheit an.

Sicheres und ausgereiftes Verfahren
Während natürlich entstandene Embolien, wie zum Beispiel ein Schlaganfall oder eine Lungenembolie, sehr gefährlich sind und oft tödlich verlaufen, hat die Myom-Embolisation eine heilende Wirkung. Maßgeblich daran beteiligt sind winzige Partikel aus Kunststoff, die über einen Katheter in der linken und rechten Leistenregion in die jeweiligen Gebärmutterarterien eingeleitet werden. Aber keine Angst: Die Gebärmutter selbst ist von der Unterbrechung der Blutzufuhr nicht betroffen. Sie wird auf "Nebenwegen", durch so genannte Kollateralkreisläufe, mit ausreichend Blut versorgt. Nach rund sechs Monaten haben die Körnchen aus Kunststoff ihre Aufgabe erfüllt: Der gutartige Tumor ist geschrumpft, die meisten Frauen sind wieder beschwerdefrei. Da der Körper die kleinen Helfer nun nicht mehr benötigt, werden sie schließlich vom menschlichen Organismus vollständig abgebaut.

Keine Narben am Unterleib
Auch sonst erinnert kaum noch etwas an den Eingriff: Da die verwendeten Katheter sehr dünn sind und über kleine Schnitte eingeführt werden, bleiben keine Narben am Unterleib zurück. Das Verfahren der Myom-Embolisation hat sich mittlerweile als sehr sicher und ausgereift erwiesen. Jährlich lassen sich weltweit rund 12.500 Patientinnen damit behandeln. Ihnen bleibt dadurch größtenteils die Entfernung ihrer Gebärmutter erspart. Die große Nachfrage bekommen auch die Spezialzentren und Fachärzte zu spüren: Wartezeiten von mehreren Monaten sind keine Seltenheit. Ärzte mit der Eignung zur Myom-Embolisation heißen "Interventionsradiologen" und haben eine spezielle Ausbildung absolviert. Übrigens: Wenn medikamentöse und konservative Behandlungsmethoden bei Uterusmyomen keinen Erfolg erzielt haben und sich die Patientin ausdrücklich gegen eine Entfernung ihrer Gebärmutter ausspricht, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Embolisation vollständig.

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