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Diabetes mellitus – Krankheitsbild und Therapie 19.05.2011    

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Gestationsdiabetes zählt zu den häufigsten schwangerschafts-
begleitenden Erkrankungen.
"Zuckerkrankheit" ist der umgangssprachliche Begriff für Diabetes mellitus – eine Stoffwechselerkrankung, von der allein in Deutschland mindestens fünf Millionen Menschen betroffen sind. Diabetes verursacht oft keine auffälligen Symptome und viele Menschen lassen ihren Blutzucker nicht in regelmäßigen Abständen vom Arzt kontrollieren. Darum schätzen Experten die Dunkelziffer weitaus höher ein. Diabetes ist gekennzeichnet durch eine dauerhafte Erhöhung des Blutzuckers, die langfristig schwere Folgen für den gesamten Organismus haben kann. Dazu zählen unter anderem schwere Nerven-, Augen- oder Nierenschäden, Arteriosklerose und Koronare Herzerkrankung oder der Diabetische Fuß. In Deutschland erblinden jährlich bis zu 6.000 Menschen aufgrund von Diabetes, rund 25.000 muss ein Fuß oder ein Bein amputiert werden, 8.000 werden dialysepflichtig, bei mehreren 10.000 Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten lässt sich das Ereignis auf Diabetes zurückführen.

Leid für den Einzelnen und Kosten für das Gesundheitssystem, die vermeidbar sind: Wird die Krankheit rechzeitig erkannt und konsequent therapiert, können Diabetiker ein langes, gesundes und weitgehend normales Leben führen

Alles eine Typfrage
Typ 1 Diabetes

Diabetes Typ 1 tritt vor allem bei jungen Menschen auf, seltener bei Erwachsenen; daher wurde er früher auch als „juveniler“ – jugendlicher – Diabetes bezeichnet. Rund fünf Prozent aller Diabetespatienten gehören diesem Typ an. Ihre Bauchspeicheldrüse produziert gar kein Insulin mehr. Ursache ist eine Autoimmunreaktion: Der Körper erkennt die insulinherstellenden Zellen als körperfremd und zerstört sie. Ohne Insulin kann Zucker nicht mehr in die Zellen transportiert und auch nicht mehr gespeichert werden. Die Konsequenz ist ein dramatischer Anstieg von Glukose im Blut, der in einer schweren Stoffwechselentgleisung, diabetischem Koma und schließlich dem Tod münden kann.

Typische Symptome sind ein starker Harndrang und Durst, denn der Körper versucht, den überschüssigen Zucker über den Urin auszuscheiden. Die Betroffenen nehmen stark ab, sind ständig müde und abgeschlagen, ihre Leistungsfähigkeit lässt nach, sie sind fahl und leiden unter Flüssigkeitsmangel. Oft wird der Typ 1 Diabetes erst erkannt, wenn es bereits zu einer gefährlichen Stoffwechselentgleisung gekommen ist.

Behandelt wird dieser Diabetestyp von Anfang an durch das Zuführen des fehlenden Insulins von außen mit mindestens fünf Injektionen am Tag. Die meist sehr jungen Patienten lernen in Schulungen, wie sie die jeweils notwendige Dosis errechnen, denn sie richtet sich in der Regel nach drei Faktoren: dem aktuellen Blutzucker, der Nahrungsaufnahme und der geplanten körperlichen Bewegung.

Typ 2 Diabetes
Über 90% und somit der Großteil aller Diabetiker leidet an dem so genannten „Alters“- oder Typ 2 Diabetes. Über die Hälfte von ihnen ist älter als 65. Ihre Bauchspeicheldrüse produziert zwar noch Insulin, die Körperzellen sprechen aber schlechter darauf an, sie werden „insulinresistent“. Die Folge auch hier: Der Zucker wird nicht mehr ausreichend aus dem Blut in die Zellen transportiert und die Konzentration steigt. Erstmals bemerkbar macht sich dieser „relative Insulinmangel“ meist ab dem 40. Lebensjahr, in vielen Fällen wird er aber erst wesentlich später erkannt und behandelt. Dann liegen häufig bereits erste Folgeschäden vor. Aber auch immer mehr Kinder erkranken in den letzten Jahren an Typ 2 Diabetes.

Auslöser können Übergewicht, fettreiche Kost und Bewegungsmangel sein; entsprechend oft geht dieser Typ mit Bluthochdruck, Adipositas und Fettstoffwechselstörungen einher.

Typ 2 Diabetiker werden nicht immer mit Insulin behandelt. Wichtig ist eine geregelte Lebensweise, d.h. eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und Gewichtsabnahme. Reichen diese Maßnahmen alleine nicht aus, erfolgt eine medikamentöse Therapie mit Tabletten oder Insulin.

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)
Bei 2-5% aller Frauen tritt während der Schwangerschaft erstmalig Diabetes auf. Meist verschwindet er danach von selbst – allerdings haben diese Frauen dann ein erhöhtes Risiko später an Typ 2 Diabetes zu erkranken. Ein nicht erkannter oder schlecht eingestellter Diabetes stellt für Mutter und Kind ein kaum kalkulierbares Risiko dar. Zu den besonders gefürchteten Folgen für das Ungeborene zählen Missbildungen an Herz, Knochen oder Nieren und eine verzögerte Reifung der Organe wie der Lunge. Für die werdenden Mütter steigt mit dem Zucker das Risiko für vorzeitige Wehen und eine Frühgeburt. Bei vielen Frauen wird diese Gefahr aber übersehen. Experten schätzen, dass nur bei jeder zehnten an Diabetes erkrankten Schwangeren ein Gestationsdiabetes erkannt wird.

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