Zur Startseite der Aktion Meditech

Navigation

Schmerzhafte Wirbelkörpereinbrüche 19.05.2011    

Vergrößern
Zusammengefallene Wirbelkörper können starke Rückenbescherden verursachen. Mit den Verfahren Kyphoplastie sowie Vertebroplastie können die Wirbel wieder dauerhaft aufgerichtet werden.
Rückenschmerzen gehören zu den Volkskrankheiten: Sie sind hierzulande einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch. Chronische Rückenschmerzen werden dabei oftmals mit falscher Bewegung und einer daraus resultierenden Verspannung, aber auch mit einem Bandscheibenvorfall in Verbindung gebracht. In den wenigsten Fällen wird allerdings bei den unerträglichen Schmerzen im Brust- und Rückenbereich mit der Diagnose "Wirbelkörpereinbruch" gerechnet und sie ist so für viele Betroffene überraschend.

Denn bisher ist es noch wenig bekannt, dass - gerade bei Osteoporose-Patienten - eine verringerte Knochendichte schmerzhafte Wirbelkörperbrüche induzieren kann. Besonders fatal: Solche Brüche führen zu einer Verkürzung und Verformung der Wirbelsäule, medizinisch Kyphose. In der Folge ist die Mobilität der Betroffenen eingeschränkt und die Lebensqualität stark gemindert. In Deutschland sind jährlich ca. 75.000 Patienten, meist Frauen, davon betroffen.

Zwei starke Helfer: Ballonkyphoplastie und Vertebroplastie
Bislang war bei der Behandlung von Wirbelkörperbrüchen das Tragen von unbequemen Miedern oder Korsetts unvermeidbar. Ein weiterer Bestandteil der Therapie waren Schmerzmittel zur Linderung der Symptome. Bleiben diese therapeutischen Methoden erfolglos, können mittlerweile zwei Verfahren helfen: Vertebroplastie und Ballonkyphoplastie machen sich die stabilisierende Wirkung von Knochenzement zunutze.

Bei der Ballonkyphoplastie wird entweder unter Lokalanästhesie oder auch Vollnarkose über einen sehr schmalen Schnitt ein "Kanal" zum eingebrochenen Wirbelkörper gelegt. Durch diesen wird ein spezieller Ballon mittels Katheter in den Wirbel eingeführt. Der Ballon dehnt sich daraufhin vorsichtig aus und stellt so die Höhe des zusammengefallenen Wirbelkörpers wieder her. Es entsteht ein Hohlraum, der mit Zement aufgefüllt wird. Der Knochen wird dadurch gestützt, die Fraktur stabilisiert und der Wirbelkörper kann in natürlicher Stellung verheilen.

Die Vertebroplastie verläuft in großen Teilen ähnlich der Ballonkyphoplastie. Statt eines Ballons wird hier unter Röntgenkontrolle eine Nadel direkt in den betroffenen Wirbelkörper eingeführt. Über diese spritzt der Operateur Knochenzement in den Wirbelkörper und stabilisiert so den Wirbel.

Wie bei jedem operativen Eingriff können selbst bei kleinsten Zugängen Blutungen oder eine Infektion entstehen. Wesentlich seltener können auch Nebenwirkungen auftreten wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die stets von einem speziell ausgebildeten Facharzt durchgeführten Verfahren wurden allerdings so konzipiert, dass Risiken weitgehend minimiert sind. Betroffene sollten dennoch vorab mit ihrem Arzt über potenzielle Risiken sprechen. So empfiehlt sich die Vertebroplastie nur bei Patienten, deren Wirbelfraktur nicht länger als vier Wochen zurückliegt.

Schneller wieder mobil
Die Eingriffe sind minimal-invasiv und dauern nur ca. 45 Minuten, haben aber eine große Wirkung: Bereits wenige Stunden danach sind die Schmerzen deutlich gelindert. Schon nach etwa zwei Tagen in der Klinik kann der Patient seinen Alltag wieder aufnehmen und das Leben beinahe schmerzfrei genießen.

Da es sich um anerkannte medizinische Verfahren handelt, werden die Kosten von den Krankenkassen im Rahmen des stationären Aufenthaltes übernommen. Aufgrund der guten Behandlungsresultate und der hohen Sicherheit der Therapien wenden immer mehr deutsche Kliniken diese innovativen und schonenden Techniken an.

Nachrichten

27.07.2017

Aortenklappenstenose: Kathetergestützte Aortenklappenimplantation zeigt weiter Vorteile

Eltville – Die Verengung der Aortenklappe (Aortenklappenstenose) gehört europaweit zu den häufigsten Herzklappenerkrankungen. Sie tritt verschleißbedingt insbesondere im hohen Lebensalter auf. Neben den konventionellen Operationsverfahren bieten minimalinvasive kathetergestützte Techniken eine... Details
30.05.2017

Bauchspiegelungen: Moderne Medizintechnologie ermöglicht dem Arzt räumliches Sehen

Eltville – Chirurgische Eingriffe sind durch die Entwicklung der Bauchspiegelung, auch Laparoskopie genannt, wesentlich risikoärmer für die Patienten geworden. Bei der Laparoskopie werden die Bauchhöhle und die darin liegenden Organe mit speziellen Stablinsen-Optiken durch kleine, vom Chirurgen... Details
25.04.2017

Defibrillatorweste schützt wirksam vor dem plötzlichen Herztod

Eltville – Der plötzliche Herztod (PHT) ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die einzige wirksame Behandlung ist die Defibrillation. Patienten mit einem dauerhaften PHT-Risiko werden in der Regel mit einem implantierbaren Cardioverter Defibrillator (ICD) versorgt. Für Patienten... Details
11.04.2017

Gefährliche Blutgerinnsel: Thrombose und Lungenembolie

Eltville – Die Lungenembolie ist nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste zum Tode führende Herz-Kreislauf-Erkrankung. Sie wird häufig durch eine tiefe Venenthrombose in einer unteren Extremität verursacht. Eine Lungenembolie muss immer im Krankenhaus behandelt werden. Dort kommen... Details
16.03.2017

Ein dickes Problem: Adipositas und Diabetes

Eltville – Nach dem aktuellen Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2017 liegt Deutschland mit einer absoluten Anzahl von 6,5 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus im europäischen Vergleich an zweiter Stelle. Rund 95 Prozent der Betroffenen sind dabei an Typ-2-Diabetes erkrankt. Dieser ist... Details

Verwandte Inhalte

21.09.2017

SMS-Service gegen sexuell übertragbare Infektionen

Bochum – Chlamydien, Syphilis oder Gonorrhö: Menschen, bei denen eine sexuell übertragbare Infektion (STI) diagnostiziert wird, empfinden dies oft als peinlich. Ehemalige Sexualpartner darüber zu informieren, dass sie sich möglicherweise angesteckt haben, kostet Überwindung. Das Zentrum für... Details
15.11.2016

Aktion Meditech Medien-Seminar: Gesundheit für Herz und Gefäße

Hamburg – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. Bei der Therapie von Herzerkrankungen profitieren Patienten von innovativen Medizintechnologien. Der medizintechnische Fortschritt ermöglicht schonendere Verfahren und eine bessere Versorgung, wie... Details
18.08.2016

„Ohne medizintechnische Innovationen würde es die moderne Herzchirurgie nicht geben“

In unserem Interview erläutert Professor Dr. med. Ralf Seipelt, Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie der SHG Kliniken Völklingen, den Nutzen fortwährender medizintechnischer Innovationen in der Herzchirurgie unter anderem am Beispiel der TAVI.
Wie wichtig sind medizintechnische... Details
08.06.2016

Flüssigkeitstherapie auf dem OP-Tisch

Während einer Operation und auf der Intensivstation ist die lückenlose Überwachung der Herz- und Kreislauffunktion eines Patienten wesentlich. Um darüber hinaus möglichen Komplikationen vorzubeugen, wird auch empfohlen, das Flüssigkeitsvolumen des Patienten rund um die Operation in einem... Details

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Barrierefrei nach W3C "Web Content Accessi- bility Guidelines 1.0", Stufe A.