Zur Startseite der Aktion Meditech

Navigation

Minimal-invasive Chirurgie beim Gelenkersatz 19.05.2011    

Vergrößern
Minimal-invasive Operationstechniken - mehr als diskrete Narben:
Beim minimal-invasiv durchgeführten Gelenkersatz (MIS = minimally invasive surgery) werden vor allen Dingen Gewebe, Sehnen und Muskeln geschont.
Anfangs fühlen sich die Gelenke nur steif an, später kommen Schmerzen hinzu: Nahezu jedem Mensch ab 60 macht die Arthrose zu schaffen und je fortgeschrittener der Gelenkverschleiß ist, desto schlimmer werden die Schmerzen. Durch Arthrose büßen die Betroffenen meist einen Großteil ihrer Mobilität und Lebensqualität ein. Das Training mit einem Physiotherapeuten oder die Behandlung mit Medikamenten verbessert oft die Situation, bringt jedoch keine Heilung. Sind alle konventionellen Methoden ausgeschöpft, kann eine Operation, bei der das betroffene Gelenk durch ein künstliches ersetzt wird, die Mobilität wieder herstellen. Die Angst vor dem Eingriff lässt jedoch viele Arthrose-Geplagte vor diesem Schritt zurückschrecken. Sie fürchten sich vor neuerlichen Schmerzen und vor dem Krankenhausaufenthalt. Auch zweifeln viele daran, dass eine Operation echte Besserung bringt und zögern daher den Eingriff so lange wie möglich hinaus.


...drum herum statt mitten durch
Gelenkersatz gilt heute als Routineeingriff, der mit großem Erfolg durchgeführt wird. Allein in Deutschland werden jährlich rund 210.000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Besonders schonend kann der Eingriff mit minimal-invasiver Chirurgie erfolgen: Mithilfe spezieller Operationstechniken und -instrumente bahnt sich der Operateur den Weg zum Gelenk - an Muskeln und Sehen vorbei. Notwendige Schnitte werden so klein und schonend wie möglich gemacht. Bei herkömmlichen Verfahren durchtrennt der Chirurg hingegen die Muskeln und Sehnen, um an das Gelenk zu gelangen. Mit der minimal-invasiven Methode kann zudem der Blutverlust begrenzt werden, und vielen Patienten bleibt dadurch oft eine Blutübertragung bzw. vorherige Eigenblutspende erspart. Minimal-invasiv operierte Patienten haben darüber hinaus in der Regel weniger Schmerzen. Ein willkommener, kosmetischer Nebeneffekt sind die durch wenige Zentimeter langen Hautschnitte wesentlich kleineren Narben.

Eigenen Knochen erhalten
Aber "minimal-invasiv" bedeutet noch mehr als die Operationstechnik selbst. Spezielle Prothesen haben einen kurzen Schaft und schonen die Knochensubstanz des Patienten. Die Schonung des Knochens ist besonders für jüngere Menschen wichtig: Moderne Prothesen leisten ihren Dienst zwar dank hochwertiger Materialien und Verarbeitung inzwischen lange Jahre "reibungslos", aber an das Original - den körpereigenen Knorpel - kommen sie im Hinblick auf die Lebensdauer nicht heran. In der Regel ist das künstliche Gelenk nach 20 Jahren verschlissen und muss ausgetauscht werden. Und die Wechseloperation ist umso problemloser, je mehr eigener Knochen erhalten ist.

Schneller wieder auf den Beinen
Minimal invasive Operationstechniken werden in Deutschland in vielen Kliniken angeboten. Auch wenn Sie eine Kassenleistung sind, werden derzeit nur ein Bruchteil aller Hüftoperationen minimal invasiv eingesetzt. Dabei profitiert nicht nur der Patient von dem schonenden Verfahren, sondern auch das Gesundheitswesen. Denn oft kann die Rehabilitation früher starten oder sogar ambulant erfolgen. Die Patienten sind schneller wieder "mitten im Leben" und im Beruf. Angesichts der hohen direkten und indirekten Krankheitskosten sowohl ein individueller als auch gesamtgesellschaftlicher Gewinn.

Tipp: Auf Qualität achten
Welche Operationstechnik und Prothese für einen Patienten am besten geeignet sind, hängt von vielen Faktoren ab und ist immer eine individuelle Entscheidung. Auf dem deutschen Markt werden allein 200 verschiedene Hüftschaftimplantate angeboten und die qualitativen Unterschiede sind enorm. Gute Prothesen zeichnen sich durch eine wissenschaftlich nachgewiesene hohe Belastbarkeit, verbesserte Verschleißeigenschaften durch hochwertige Materialien und eine lange Lebensdauer aus. Arthrose-Patienten sollten sich daher vor ihrer Operation umfassend über verfügbare Möglichkeiten und angewandte Operationstechniken erkundigen, bevor sie sich für eine Klinik entscheiden. Denn jeder Patient hat das Anrecht auf eine qualitativ hochwertige Prothese, die ihm ein Maximum an Beweglichkeit gibt und ihn sein "Ersatzteil" möglichst schnell und lange vergessen lässt. Wichtig bei der Arztsuche ist zudem, auf die Ausbildung des Arztes zu achten: Chirurgen lernen in speziellen Trainingskursen von erfahrenen Kollegen die Operationstechnik. Durch diesen direkten Praxisbezug ist der Arzt ist in der Lage, die Technik schon bald selbst anzuwenden.

Vielleicht kann die schonende Operationsmethode in Zukunft dazu beitragen, dass Arthrose-Patienten nicht mehr jahrelang Schmerzen auf sich nehmen und sich früher für ein neues Gelenk entscheiden.

Nachrichten

03.07.2018

Schaufensterkrankheit: Mit minimal-invasivem Eingriff schwerwiegende Folgen vermeiden

Eltville – Nicht nur die Gefäße des Herzens können von Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) betroffen sein, sondern auch die der Extremitäten: Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) – auch als Schaufensterkrankheit bekannt – sollte so früh wie möglich diagnostiziert und... Details
28.06.2018

Herzinfarkt: Schnellstmögliche Behandlung entscheidend

Eltville – Rund 300.000 Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Herzinfarkt. In den meisten Fällen wird dieser durch eine Verengung oder einen kompletten Verschluss einer Herzkranzader ausgelöst. Beim Herzinfarkt wird das Herz nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt.... Details
23.05.2018

Schlaganfall-Risiko Vorhofflimmern: Frühzeitige Diagnose und Therapie wichtig

Eltville – Herzrhythmusstörungen treten in der Bevölkerung relativ häufig auf, mit Vorhofflimmern als häufigster Form. Durch diese Form des Flimmerns pumpt das Herz weniger Blut. Es können sich Blutgerinnsel im linken Vorhof bilden und in das Gehirn gelangen, wo sie ein Blutgefäß verstopfen... Details
17.05.2018

Inkontinenz: Mit elektrischen Impulsen gegen den Drang

Eltville – Zwischen sieben und acht Millionen Frauen und Männer sind in Deutschland von Inkontinenz betroffen: Sie können entweder ihren Harndrang nicht mehr kontrollieren oder haben eine Schließmuskelschwäche des Afters. Harn- und Stuhlinkontinenz sind in der Öffentlichkeit jedoch häufig... Details
14.11.2017

Volkskrankheiten auf dem Vormarsch: Moderne Medizintechnologie rettet Leben

Eltville – Der medizintechnische Fortschritt hilft, die Herausforderungen durch den demografischen Wandel zu meistern: Im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Diabetes, Herzschwäche oder Durchblutungsstörungen spielen medizintechnologische Verfahren eine entscheidende Rolle. Moderne Untersuchungs-... Details

Verwandte Inhalte

15.11.2016

Aktion Meditech Medien-Seminar: Gesundheit für Herz und Gefäße

Hamburg – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. Bei der Therapie von Herzerkrankungen profitieren Patienten von innovativen Medizintechnologien. Der medizintechnische Fortschritt ermöglicht schonendere Verfahren und eine bessere Versorgung, wie... Details
18.08.2016

„Ohne medizintechnische Innovationen würde es die moderne Herzchirurgie nicht geben“

In unserem Interview erläutert Professor Dr. med. Ralf Seipelt, Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie der SHG Kliniken Völklingen, den Nutzen fortwährender medizintechnischer Innovationen in der Herzchirurgie unter anderem am Beispiel der TAVI.
Wie wichtig sind medizintechnische... Details
08.06.2016

Flüssigkeitstherapie auf dem OP-Tisch

Während einer Operation und auf der Intensivstation ist die lückenlose Überwachung der Herz- und Kreislauffunktion eines Patienten wesentlich. Um darüber hinaus möglichen Komplikationen vorzubeugen, wird auch empfohlen, das Flüssigkeitsvolumen des Patienten rund um die Operation in einem... Details
23.02.2015

Neue Leitlinie Adipositas-Chirurgie – oder: Kann man Diabetes chirurgisch heilen?

Menschen mit krankhafter Adipositas können – rein technisch betrachtet – schon seit Jahrzehnten chirurgisch behandelt werden. Bei allen entsprechenden Verfahren geht es um zweierlei: Das Magenvolumen für die Nahrungsaufnahme zu verkleinern (Restriktion) und die Aufnahme von Nährstoffen –... Details

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Barrierefrei nach W3C "Web Content Accessi- bility Guidelines 1.0", Stufe A.