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Degeneration der Wirbelsäule 19.05.2011    

Unsere Wirbelsäule hat viele Funktionen: Sie stützt unseren Oberkörper, ermöglicht unseren aufrechten Gang und ihr Wirbelkanal schützt unsere empfindlichen Nervenbahnen vor Verletzungen. Außerdem fängt sie Stöße ab, die zum Beispiel beim Laufen oder Radfahren auf unseren Körper einwirken. Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei die zwischen den Wirbeln verankerten Bandscheiben. Sie haben einen weichen Kern, den so genannten Gallertkern, und einen festen Faserring, der ihn wie eine Bande umgibt. Wirken Kräfte auf die Wirbelsäule ein, verteilt der weiche Gallertkern sie gleichmäßig auf den Fasering. Das Zusammenspiel von Fasering und Gallertkern wirkt wie ein Puffer und bewahrt die knöchernen Wirbel davor, aufeinander zu stoßen oder zu reiben.

Im Laufe unseres Lebens nutzt sich unsere Wirbelsäule und mit ihr die Bandscheiben ab. Wie schnell oder wie stark, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Manche können wir beeinflussen, zum Beispiel unser Körpergewicht, den Zustand unserer Muskulatur oder wie wir gehen, stehen oder sitzen. Wer etwa den ganzen Tag vor dem Computer verbringt, sollte möglichst aufrecht sitzen, denn falsche, einseitige Belastung der Wirbelsäule beschleunigt den Verschleiß einzelner Bandscheiben. Auch durch schweres Heben, Tragen von Lasten oder starkes Übergewicht entsteht ein schädlicher Druck auf die Wirbelsäule. Daher sollten vor allem Menschen in körperlich sehr fordernden Berufen wie Maurer oder Betonarbeiter auf eine starke Rückenmuskulatur achten: Sie nimmt der Wirbelsäule einen Teil der "Last" ab. Ein vorzeitiger Verschleiß (med. Degeneration) mündet häufig in einen Bandscheibenvorfall: Allein in Deutschland sind jedes Jahr rund 800.000 Menschen zwischen 30 und 60 Jahren betroffen.

Wenn die Bandscheibe "verrutscht"
Was passiert eigentlich beim Bandscheibenvorfall? Eine Bandscheibe ist normalerweise fest zwischen zwei Wirbeln verankert. Durch ständigen Druck auf die Wirbelsäule zum Beispiel durch starkes Übergewicht verformt sich die Bandscheibe allmählich: Sie wird regelrecht "flach" gepresst, was auf Dauer dazu führt, dass sie weniger Nährstoffe aufnehmen kann. Ihr Fasering entwickelt dadurch feine Risse. Drückt der Gallertkern ständig gegen den festen Ring, vertiefen sich dessen Risse und er gibt dem Druck irgendwann nach: Der Gallertkern durchbricht den Faserring und rutscht somit aus seiner "Fassung".

Das muss nicht unbedingt schmerzhaft sein, sondern tut erst dann weh, wenn der Gallertkern auf die Nerven im angrenzenden Wirbelkanal drückt. Dann kann der Schmerz sogar bis in die Arme oder Beine ausstrahlen. In schweren Fällen sind Lähmungserscheinungen, Blasenschwäche oder Taubheitsempfinden im Anal- und Genitalbereich die Folge. Ereignet sich der Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbel und ist er mit einem plötzlichen, heftigen Schmerz verbunden, spricht man auch von einem "Hexenschuss". Strahlt der Schmerz von dort ins Bein, drückt die Bandscheibe auf den Ischiasnerv.

Konservative Maßnahmen wie Schmerztabletten, Injektionen, Krankengymnastik und Muskelentspannung helfen 90 Prozent der Bandscheiben-Geplagten wieder "auf die Sprünge". Schreitet die Abnutzung trotzdem voran, können einzelne Wirbelkörper beginnen aufeinander zu reiben. In diesem Fall kann eine Operation helfen.

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