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Tiefe Hirnstimulation: Ein schonender Eingriff hilft Parkinson-Patienten 19.05.2011    

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Ähnlich einem Herzschrittmacher wird der Neurostimulator in einer Hauttasche unterhalb des Schlüsselbeins implantiert und an die Hirnelektroden angeschlossen.
Krankheitsbild: Parkinsonsche Krankheit
Die Parkinsonsche Krankheit ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und betrifft allein in Deutschland ca. 250.000 Menschen, 8-10 Prozent der Betroffenen sind jünger als 40 Jahre. Sie wird auch als Schüttellähmung, Parkinson-Syndrom und Morbus Parkinson bezeichnet. Charakteristisch sind Bewegungsstörungen, die durch einen Dopaminmangel im Gehirn ausgelöst werden. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der die Kommunikation zwischen den Hirnzellen ermöglicht und die Motorik unterstützt. Als typisch gelten die folgenden Parkinson-Symptome: Verlangsamung der Bewegungsabläufe (Akinese), eine zunehmende Muskelsteifheit (Rigor) und ein starkes Zittern von Händen und Füßen in der Ruhephase (Tremor). Die Arme sind angewinkelt, das Gesicht hat einen starren Ausdruck, der Rumpf fällt leicht nach vorne und die Knie sind gebeugt. Außerdem leiden die Patienten unter psychischen Belastungen, depressiver Verstimmung und vegetativen Störungen.

Zur Zeit ist die Parkinsonsche Krankheit nicht heilbar - aber Medikamente können die Symptome erheblich lindern. Leider führen die Medikamente bei vielen Patienten nach fünf bis zehn Jahren zu Komplikationen, auch lässt häufig die Wirkung nach, was die Lebensqualität dramatisch beeinträchtigt.

Neue Behandlungsmöglichkeit: Tiefe Hirnstimulation
Die früher angewandten Verfahren, in denen kleine Hirnregionen "ausgeschaltet" wurden, waren mit erheblichen Risiken verbunden. Daher wurden implantierbare Neurostimulationssysteme entwickelt, die durch Abgabe eines milden Stroms krankhaft überaktive Kernregionen im Gehirn hemmen und somit die behindernden Symptome wirksam lindern können. Mithilfe eines am Kopf montierten Zielgerätes werden Stimulationselektroden millimetergenau in jene Hirnareale geschoben, die durch die Erkrankung besonders aktiv sind und den Bewegungsablauf des Körpers erheblich stören. Die operativen Risiken sind relativ gering: Der Eingriff gilt als sehr schonend und ist im Bedarfsfall reversibel.

Funktionsweise und Wirkung
Die Elektroden geben dauerhaft milde elektrische Impulse an die Bewegungszentren des Gehirns ab und hemmen so die überaktiven Regionen im Gehirn. Der behandelnde Arzt stellt den Stimulator von außen ein und passt ihn den individuellen Bedürfnissen des Patienten an. Durch diese Regulierungsmöglichkeit lassen sich zudem potentielle Nebenwirkungen beheben. Eine globale Multicenter-Studie bestätigt, dass die Tiefe Hirnstimulation zu einer dramatischen Verbesserung der Parkinson-Symptome beiträgt: Zahlreiche Patienten konnten nach vielen Jahren mit schwerster Behinderung einen Großteil ihrer Selbständigkeit wiedererlangen. Nach der Operation können viele Patienten die Medikamenten-Einnahme reduzieren oder sogar stoppen.

Zulassung und Kosten
Die Tiefe Hirnstimulation ist in Deutschland für die Behandlung der Parkinson Krankheit zugelassen. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Entscheidend für die Kostenübernahme ist, dass aufgrund erheblicher Beschwerden eine medikamentöse Therapie als nicht mehr ausreichend erscheint. Allerdings schränkt die fortgesetzte Budgetierung im deutschen Gesundheitswesen den breiten Einsatz der innovativen Behandlung ein. Dabei wird jedoch übersehen, daß die tiefe Hirnstimulation langfristige Kosten für Medikamente, Pflege und Krankenhausaufenthalte einspart.

Weitere Informationen zum Thema tiefe Hirnstimulation:

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