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Telekardiologie: Mehr Sicherheit für Herzpatienten 19.05.2011    

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Das mobile Patientengerät ist einfach zu bedienen und kann am Gürtel getragen und nachts neben dem Bett aufbewahrt werden
Was bedeutet Telekardiologie für den Patienten?
Telekardiologie ist eine hoch innovative und patientenfreundliche Form der ärztlichen Betreuung und Nachsorge von "Herz-Patienten" mit Schrittmacher, implantierbarem Defibrillator (ICD) oder eines Herzinsuffizienz-Therapie-Systems (CRT): Wichtige Herzdaten werden über die Telefonleitung oder das Mobilfunknetz – je nach System – direkt an den behandelnden Arzt oder an das Nachsorgezentrum übertragen. So können sich Patienten an jedem Ort der Welt darauf verlassen, dass jemand ein Auge auf ihr Herz hat und gegebenenfalls Maßnahmen einleitet. Ein Beispiel: Herr Schneider macht Urlaub in den USA, aber sein behandelnder Arzt in Bremen ist immer informiert!

Mit diesen telekardiologischen Systemen stehen die Patienten unter ärztlicher Aufsicht, ohne "beaufsichtigt" zu werden. Die Patienten können auch selbst aktiv werden: Bei plötzlichem Unwohlsein, Kurzatmigkeit oder Schweißausbrüchen können sie jederzeit beim Arzt oder im klinischen Zentrum anrufen und eine Fernabfrage ihrer Herzdaten auslösen. Die Betroffenen erfahren sofort, wie es um sie steht, ob sie Tabletten einnehmen oder sich einfach nur ausruhen müssen. Im Ernstfall wird umgehend der Notarzt alarmiert.

Telekardiologie verbessert die Lebensqualität. Experten haben herausgefunden, dass das Wohlbefinden von Herzpatienten dank dieser Technologie steigt. Nicht nur die Herztätigkeit verbessert sich, auch inadäquate Therapien können vermieden werden. Außerdem werden Telekardiologie-Patienten seltener ins Krankenhaus aufgenommen. Denn die Ärzte "am anderen Ende der Leitung" können schneller auf gefährliche Veränderungen des Herzrhythmus reagieren. Dadurch lassen sich schwerwiegende Komplikationen, wie Dekompensationen oder Schlaganfälle häufig verhindern. Und die Telekardiologie bietet noch einen Vorteil: "Unnötige" und zeitraubende Arztbesuche bleiben Patienten öfter erspart. Der Arzt kann mit Hilfe dieser Systeme jederzeit beurteilen, ob eine Nachsorge-Untersuchung vonnöten ist. Ein Plus vor allem für Patienten aus ländlichen Gebieten. Bei ihnen addieren sich Anfahrt, Nachsorge und Rückfahrt leicht zu mehreren Stunden.

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Ärzte können die Daten ihrer Patienten, die das Service Center liefert, jederzeit im Internet einsehen.
Cardiomessenger
Das mobile Patientengerät ist einfach zu bedienen und kann am Gürtel getragen und nachts neben dem Bett aufbewahrt werden.
Wie funktioniert Telekardiologie?
Bei manchen Systemen sendet eine im Implantat eingebaute Antenne die Herzdaten an ein Handy-ähnliches Empfängergerät. Übertragen werden dabei auch technische Daten über das Implantat selbst. So kann der Arzt kontrollieren, ob mit dem Gerät alles in Ordnung ist. Dieses Empfängergerät steht in der Regel auf dem Nachttisch des Patienten, kann bei Bedarf aber auch mitgenommen werden. Es übermittelt die Daten automatisch einmal am Tag via Mobilfunknetz an ein klinisches Zentrum. Dort kann sich der behandelnde Arzt eine Aufbereitung der Daten, gemäß seiner Vorgaben, über eine sichere Internetplattform abrufen.

Bei einem anderen System werden die Daten in der Regel über die Telefonleitung verschickt. Das Gerät zur Datenübertragung ist entweder drahtlos oder via eines kleinen Kästchens, welches der Patient auf seinen Brustkorb legt, mit dem Telefon verbunden. Innerhalb weniger Minuten werden die gespeicherten Herzdaten des Implantats ausgelesen und über die Telefonleitung an eine gesicherte Internetseite geschickt. Zugriff auf die Seite haben der behandelnde Arzt, der Implanteur und das Nachsorgezentrum.

Telekardiologie kann die Angst vor dem Unvorhersehbaren verringern, weil die vollautomatische Früherkennung Herzrhythmusstörungen und technische Probleme rechtzeitig sichtbar macht. Für den Patienten sind die telekardiologischen Systeme ein großer Zugewinn an Lebensqualität, da sie sich rund um die Uhr "in guten Händen" wissen. Außerdem gewinnen die Ärzte einen größeren Kontrollradius, der ihnen eine höchst individuelle Behandlung der Patienten ermöglicht. Das System unterstützt Ärzte und Kliniken bei der Nachsorge, vermeidet überflüssige Routinekontrollen und spart somit Kosten.

Wie sieht die Zukunft aus?
Im Moment gibt es bundesweit keine einheitliche Regelung zur Kostenerstattung solcher telekardiologischen Überwachungssysteme. Doch die Telekardiologie gewinnt in Deutschland zunehmend "an Boden": Immer mehr niedergelassene Ärzte beginnen, solche Leistungen mit der Krankenkasse abzurechnen. Manche Kassen bieten zudem telekardiologische Anwendungen auf regionaler Ebene im Rahmen integrierter Versorgungsangebote an. Auch eine private Kostenübernahme ist in einigen Fällen möglich.

Letzte Aktualisierung: Oktober 2009

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