Zur Startseite der Aktion Meditech

Navigation

Schonendes Verfahren zur Weitung der Herzgefäße 19.05.2011    

Vergrößern
Ein Ballonkatheter kann die Blutversorgung der Herzgefäße wieder herstellen.
Bei Menschen, die an der Koronaren Herzkrankheit (KHK) leiden, sind die Herzkranzgefäße durch Kalkablagerungen verengt. Die Erkrankung gilt mit rund 340.000 Todesopfern in Deutschland als eine der Haupttodesursachen. Durch die Mangeldurchblutung des Herzens kann es zu schweren Krankheitsbildern kommen, u.a. zu Herzenge (Angina Pectoris), Herzschwäche und sogar plötzliches Herzversagen. Die KHK ist eine chronische Erkrankung, die im Verlauf von Jahren bis Jahrzehnten fortschreitet. Im Anfangsstadium der KHK kann eine medikamentöse Therapie ausreichen. Bei starken Beschwerden jedoch, die sich beispielsweise durch ein Brennen und Druckgefühl hinter dem Brustbein bemerkbar machen, muss die Durchblutungsstörung operativ beseitigt werden. Oftmals wird dann in einer Bypassoperation "am offenen Herzen" das verengte Gefäßstück überbrückt. Mittlerweile gibt es mit der Perkutanen Transluminalen Coronaren Angioplastie (PTCA) aber ein schonenderes Verfahren, dass gänzlich ohne die Öffnung des Brustkorbs auskommt. Damit ist die PTCA auch für Patienten mit zusätzlichen schweren Begleiterkrankungen geeignet.

Der Ballon macht den Weg zum Herzen frei, der Stent hält ihn offen
Ein dehnbarer Ballon, der sich an der Spitze eines Katheters befindet, wird bei der PTCA in das verengte Gefäß geschoben, um die betroffene Stelle zu weiten. Der Ballon wird unter Druck rund 20 Sekunden "aufgepumpt", wodurch Ablagerungen an den Gefäßwänden zusammengepresst werden. Der große Vorteil für den Patienten: Der Eingriff findet unter örtlicher Betäubung statt und der Körper wird weniger belastet als bei einer Bypassoperation, die unter Vollnarkose stattfindet. Auch komplexe Läsionen stellen für die Ballons kein Problem dar: Dem behandelnden Kardiologen stehen verschiedene Spezialausführungen zur Verfügung, die entweder über spiralförmig angeordnete Nitinol-Elemente oder über kleine mikrochirurgische Klingen verfügen und so für eine gleichmäßige und einheitliche Gefäßwandbehandlung sorgen. Nach der Aufweitung wird fast immer eine Gefäßstütze (Stent) in das ehemals verengte Gefäß eingebracht, um eine Wiederverengung (medizinisch: Restenose) langfristig zu vermeiden. Stents sind heute meistens medikamentös beschichtet (Drug Eluting Stents) und besitzen eine wachstumshemmende Wirkung.

Eingriff im Herzkatheterlabor
Da es sich bei der PTCA zwar um einen sehr sicheren aber auch hochkomplexen Eingriff am Herz handelt, wird zur Durchführung ein Herzkatheterlabor benötigt. Ein solches Labor gibt es nur an spezialisierten kardiologischen Kliniken und Zentren. Rund 30 Prozent der deutschen kardiologischen Kliniken sind bisher in der Lage, eine PTCA durchzuführen.

Patienten mit KHK sollten ihren behandelnden Kardiologen konkret auf diese Therapieoption ansprechen. Besonders für ältere Menschen mit mehreren schweren Begleiterkrankungen kann die PTCA sinnvoll sein, da sie viel weniger belastend als eine Bypassoperation ist. Hinzu kommt ein Zugewinn an Lebensqualität durch die Beseitigung der belastenden Symptome.

Nachrichten

23.04.2018

Ärztestatistik 2017: Montgomery will nicht nur Köpfe zählen

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) hat die Ärztestatistik 2017 vorgestellt: Im vergangenen Jahr waren im Bundesgebiet 385.149 Ärzte ärztlich tätig – etwas mehr als im Vorjahr (+6.542). „Wer nur Köpfe zählt, macht es sich zu einfach“, kommentiert BÄK-Präsident Prof. Frank Ulrich... Details
23.04.2018

Erste umfassende Darmflora-Untersuchung

Wildau – Mit einer weltweit erstmals umfassenden Darmflora-Analyse wollen Forscher von Biomes NGS die Gesundheitsvorsorge revolutionieren. Das Unternehmen stellt mittels biotechnologischer Verfahren fest, was im Darm schiefläuft, und gibt Empfehlungen, wie dort das Gleichgewicht wiederhergestellt... Details
23.04.2018

Moderne PET/CT-Scanner spüren Tumoren früher auf als bisher

Berlin – Ein PET/CT-Gerät der neuesten Generation wird jetzt in der Patientenversorgung der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) eingesetzt. Mit dem in Norddeutschland einzigartigen Scanner werden vor allem... Details
23.04.2018

Immer mehr Patienten mit Rückenschmerzen in Klinik

Berlin – Trotz Prävention und zahlreicher Gesundheitskurse leiden in Deutschland Millionen Menschen unter teils heftigen Rückenschmerzen. Immer mehr Patienten gehen mit ihren Beschwerden direkt ins Krankenhaus, so eine aktuelle Krankenkassenstudie. Seit dem Jahr 2007 stieg die Zahl der... Details
23.04.2018

„Engpässe bei den Benannten Stellen sind absehbar“

Köln – Neue Anforderungen durch die EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR), weniger Benannte Stellen, Wegfall der britischen Stellen durch den Brexit: Bei den Medizinprodukte-Bewertungsstellen existiert bereits ein Engpass. Das könne nicht nur für Hersteller, sondern auch für die... Details

Verwandte Inhalte

23.04.2018

Brauksiepe wird neuer Patientenbeauftragter

Berlin – Dr. Ralf Brauksiepe wird neuer Patientenbeauftragter der Bundesregierung. Das Kabinett hat dem Vorschlag des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn zugestimmt, den CDU-Bundestagsabgeordneten zu berufen.
Dr. Ralf Brauksiepe ist 51 Jahre alt und Wirtschaftswissenschaftler. Dem Deutschen... Details
23.04.2018

Telemedizin hilft bei Notfällen auf den Halligen

Lübeck/Kiel – Für 750.000 Euro soll auf den Halligen-Inseln vor der Küste Schleswig-Holsteins ein telemedizinisches Assistenzsystem etabliert werden. Damit sollen Kosten reduziert und eine bessere medizinische Direkthilfe geleistet werden. Drei Jahre wird das Telemedizin-Projekt... Details
15.11.2016

Aktion Meditech Medien-Seminar: Gesundheit für Herz und Gefäße

Hamburg – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. Bei der Therapie von Herzerkrankungen profitieren Patienten von innovativen Medizintechnologien. Der medizintechnische Fortschritt ermöglicht schonendere Verfahren und eine bessere Versorgung, wie... Details
18.08.2016

„Ohne medizintechnische Innovationen würde es die moderne Herzchirurgie nicht geben“

In unserem Interview erläutert Professor Dr. med. Ralf Seipelt, Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie der SHG Kliniken Völklingen, den Nutzen fortwährender medizintechnischer Innovationen in der Herzchirurgie unter anderem am Beispiel der TAVI.
Wie wichtig sind medizintechnische... Details

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Barrierefrei nach W3C "Web Content Accessi- bility Guidelines 1.0", Stufe A.