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Medikamente-freisetzende Stents: Für dauerhaft freien Fluss in Herzgefäßen 19.05.2011    

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Ballondilatationskathether
Krankheitsbild: Koronare Herzkrankheit
Als koronare Herzkrankheit (KHK) wird eine durch Ablagerungen hervorgerufene Verengung der Herzkranzgefäße bezeichnet. Die Verengung oder Blockierung einer oder mehrerer Herzarterien führt dazu, dass bestimmte Bereiche des Herzens nicht genügend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt werden. Mögliche Folgen der KHK: Angina pectoris, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz. Allein in Deutschland gibt es ca. eine Million bekannter Fälle von KHK, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen.

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Stents sind Gefäßstützen aus maschenartigem Edelstahl.
Meilensteine: Ballonkatheter und Stent statt Bypass-OP
Mitte der siebziger Jahre wurde die sogenannte Ballonangioplastie entwickelt: Ab sofort mussten schmerzhafte Verengungen der Herzarterie nicht mehr aufwändig operiert werden, sondern wurden per Ballon-Katheter geweitet. Seit Anfang der neunziger Jahre wurde dieses schonende Verfahren durch den Einsatz von Stents noch wesentlich verbessert. Stents sind dehnbare, röhrenförmige Geflechte aus chirurgischem Edelstahl, die an die betroffene Stelle gesetzt werden und dort das Gefäß von innen stützen. Dank der Stents konnten nun Komplikationen vermieden und das Risiko eines plötzlichen Gefäßverschlusses deutlich reduziert werden! Ballonkatheter und Stent werden minimal-invasiv durch die Oberschenkel-Arterie eingeführt und bis an ihren eigentlichen Wirkungsort in der Herzarterie geschoben. Diese Behandlung, in der Fachsprache PTCA genannt, wird in Deutschland jährlich weit über 200.000 mal durchgeführt.

Dennoch blieb ein großes Problem: Da die Gefäßwand auf die Weitung mit verstärktem Zellwachstum reagiert, erleiden 15-40 Prozent aller Patienten (bei Diabetikern über 50 Prozent) innerhalb der ersten 8 Monate nach dem Eingriff eine allmähliche Wiederverengung des Gefäßes (Restenose). Bei diesen Patienten musste die Ballonangioplastie wiederholt oder sogar eine Bypass-Operation durchgeführt werden.

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Durch Abgabe eines medikamentösen Wirkstoffes kann die Wiederverengung des Gefäßes fast vollständig ausgeschlossen werden.
herkömmlicher Stent
Stents sind Gefäßstützen aus maschenartigem Edelstahl.
Revolution: Medikamente-freisetzende Stents
Für dieses Problem gibt es seit kurzem eine dauerhafte Lösung: Medikamente-freisetzende Stents. Diese Stents sind mit Wirkstoffen beschichtet, die gezielt das Zellwachstum hemmen, ohne dabei die Regeneration der Gefäßwand zu behindern. In den ersten Wochen nach dem Eingriff gibt der Stent die Wirkstoffe langsam an das umliegende Gewebe ab. So wird die unkontrollierte Zellvermehrung und somit die Wiederverengung des Gefäßes verhindert und der freie Fluss von Blut und Sauerstoff zum Herzen hin gesichert. Besonders Patienten mit langen und komplexen Stenosen oder Gefäßen mit kleinem Durchmesser, Wiederverengungen sowie die Hochrisikogruppe der Diabetiker profitieren von den Medikamente-freisetzenden Stents.

Die Ergebnisse vieler internationaler Studien sind so überzeugend, dass die neuen Stents von der Fachwelt mit einhelliger Begeisterung aufgenommen werden: Das Risiko für den früher so häufigen Wiederverschluss geht praktisch gegen Null! Und nicht nur in den ersten Monaten, sondern dauerhaft - die längsten Untersuchungen geben Auskunft über einen Zeitraum von 3 Jahren.

Viele Kardiologen würden am liebsten gar keine herkömmlichen Stents mehr verwenden. Denn jeder Arzt würde seinen Patienten unnötige Folgebehandlungen oder gar eine aufwändige Bypass-Operation gern ersparen. Leider sind die Stents jedoch (noch) nicht im wünschenswerten Ausmaß verfügbar.

Medikamente-freisetzender Stent
Durch Abgabe eines medikamentösen Wirkstoffes kann die Wiederverengung des Gefäßes fast vollständig ausgeschlossen werden.
Vergütungssituation: Noch unbefriedigend
Trotz überzeugender Ergebnisse erhält in Deutschland nur jeder fünfte Patient, vor allem Diabetiker und Menschen mit besonders kleinen Gefäßen, einen meditkamenten-freisetzenden Stent – ein schlechter Wert im internationalen Vergleich. Die Krankenkassen erstatten die Kosten häufig nicht, weil die modernen Stents aufgrund hoher Entwicklungs- und Herstellungskosten teurer sind als herkömmliche. Dabei wurde lange Zeit übersehen, daß die innovativen Gefäßstützen auf Dauer günstiger sind, weil sie weitere Behandlungen vermeiden und so Kosten einsparen. Dass medikamente-freisetzende Stents nicht nur ein medizinischer, sondern auch ein ökonomischer Gewinn sind, zeigt jetzt ein Modellvorhaben der Techniker Krankenkasse: Trotz höherer Anfangskosten ist die Behandlung mit medikament-freisetzenden Stents schon nach sechs Monaten nicht mehr teurer als die Behandlung mit konventionellen Stents. Aktion Meditech fordert, die Vergütungsmodelle so zu gestalten, daß möglichst vielen KHK-Patienten die neue Technologie zur Verfügung steht.

Weitere Informationen zum Thema Stents:

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