Zur Startseite der Aktion Meditech

Navigation

Herzklappenersatz durch minimal-invasives Verfahren 19.05.2011    

Vergrößern
Transkatheter-Aortenklappenprothese
Künstliche Herzklappen: Operation am offenen Herzen muss nicht sein
Eine hochgradige Verengung der Aortenklappe durch Kalkablagerungen macht sich meistens erst im Seniorenalter bemerkbar: Deutschlandweit leiden ca. drei bis fünf Prozent der über 75-Jährigen daran. Durch die Verengung kann nicht schnell genug eine ausreichende Menge Blut in die Herzkammern strömen und von dort in die Kreisläufe verteilt werden. Das Herz muss dann mit großer Anstrengung dafür sorgen, dass Blut durch die Aortenklappe zu pumpen. Der Herzmuskel wird deshalb immer dicker, bis er sich selbst bei der Arbeit behindert und sich nicht mehr genügend zusammenziehen kann. Die Folge: Der Blutfluss erlahmt, es kommt zu einer Herzschwäche - mit den bekannten Symptomen: Atemnot, undefinierbare Beschwerden wie Herzenge (Angina pectoris) und in manchen Fällen Bewusstseinsverlust. Schlimmstenfalls kann es zu einem plötzlichen Herzversagen kommen.


Für jeden die richtige Therapie
Reicht eine medikamentöse Behandlung nicht aus und können kalkbedingte Verklebungen oder Verengungen nicht durch Kathetereingriffe gelöst werden, muss an die Implantation einer neuen Herzklappe gedacht werden. Dabei ersetzten Herzchirurgen bisher die verkalkte Herzklappe durch eine künstliche Prothese im Rahmen einer großen Operation am "offenen Herzen". Für Betroffene mit zusätzlichen Begleiterkrankungen birgt diese Operation jedoch zu viele Risiken. Mithilfe der Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI), einem schonenden minimal-invasiven Verfahren, kann nun auch ihnen geholfen werden.

Das Herz schlägt weiter
Bei dem ca. einstündigen Eingriff wird die neue Herzklappe bei schlagendem Herzen entweder durch einen kleinen Schnitt im Verlauf der Rippen oder durch den Oberschenkel eingesetzt. Die Herzklappe besteht aus natürlichem Material, meist aus einem Rinderherzbeutel, und ihre drei Segel sind mit einem Stent verwoben. Diese Bio-Prothese wird unter Zuhilfenahme eines Ballonkatheters in die verengte Aortenklappe vorgeschoben und mit einem Ballon aufgedehnt ("Ballondilatation"). So ersetzt die Prothese die alte Herzklappe, indem sie diese zur Seite drängt. Nach Entfernung der Ballons nimmt das Implantat sofort seine Tätigkeit auf, äußerlich erinnert nur eine kosmetisch unauffällige kleine Narbe an den Eingriff.

Schnelle Genesung
Nach einem bis zwei Tagen auf der Intensivstation kann der Patient in die Anschlussheilbehandlung entlassen werden. In der Folgezeit muss sowohl die künstliche Herzklappe durch Ultraschalluntersuchungen als auch die Blutwerte in regelmäßigen Abständen nachkontrolliert werden. Zudem muss der Patient blutverdünnende Medikamente einnehmen, um Blutgerinnseln vorzubeugen.

Die TAVI wird in aller Regel durch die Krankenkassen über eine so genannte NUB-Ziffer (Neue Behandlungs- und Untersuchungsmethoden) finanziert. Betroffene sollten sich nur in Herzzentren und Universitätskliniken dem Verfahren unterziehen, da diese Operationstechnik noch sehr neu ist. In Deutschland sind bereits einige Häuser spezialisiert und bieten dieses innovative und medizinisch anspruchsvolle Verfahren an - mit steigender Tendenz. Glücklicherweise: Denn so haben heute auch hoch betagte Menschen noch eine Chance auf eine gute Versorgung und einen Zugewinn an Lebensqualität.

Nachrichten

11.07.2018

Innovative Handprothesensteuerung entwickelt

Göttingen – Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben eine selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Das neue Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Die Studie wurde im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“... Details
11.07.2018

Studie: Mehr unter 60-Jährige erhalten künstliche Kniegelenke

Gütersloh – Immer mehr Menschen wird bei Kniearthrose ein künstliches Kniegelenk eingesetzt. Zunehmend erhalten auch unter 60-Jährige entsprechende Prothesen. Zwischen 2013 und 2016 sind die Operationszahlen in dieser Altersgruppe um 23 Prozent gestiegen, teilt die Bertelsmann Stiftung als... Details
11.07.2018

700 Seiten Empfehlungen für Minister Spahn

Berlin – Alle zwei Jahre wieder: Der Sachverständigenrat (SVR) zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat dem Bundesgesundheitsministerium am 2. Juli sein Gutachten zur „Bedarfsgerechten Steuerung der Gesundheitsversorgung“ überreicht. Ein Fokus liegt unter anderem auf der... Details
11.07.2018

BMG: Grundlagen für ePA sollen spätestens 2019 geschaffen sein

Berlin – Ende des Jahres soll die Telematikinfrastruktur angeschlossen, in sechs bis zwölf Monaten die Grundlagen zur Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) geschaffen sein, sagt Dr. Gottfried Ludewig (CDU), Chef der Abteilung für Digitalisierung des Gesundheitswesens im... Details
11.07.2018

BVMed: mehr Transparenz und Beteiligung bei G-BA-Reform

Berlin – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) verlangt anlässlich der Reformdiskussion über den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) mehr Transparenz bei den Entscheidungen der Selbstverwaltung und deren Gremien. „Dazu bedarf es insgesamt einer aktiveren Beteiligung der... Details
27.07.2017

Aortenklappenstenose: Kathetergestützte Aortenklappenimplantation zeigt weiter Vorteile

Eltville – Die Verengung der Aortenklappe (Aortenklappenstenose) gehört europaweit zu den häufigsten Herzklappenerkrankungen. Sie tritt verschleißbedingt insbesondere im hohen Lebensalter auf. Neben den konventionellen Operationsverfahren bieten minimalinvasive kathetergestützte Techniken eine... Details
27.07.2017

Aortenklappenstenose: Kathetergestützte Aortenklappenimplantation zeigt weiter Vorteile

Eltville – Die Verengung der Aortenklappe (Aortenklappenstenose) gehört europaweit zu den häufigsten Herzklappenerkrankungen. Sie tritt verschleißbedingt insbesondere im hohen Lebensalter auf. Neben den konventionellen Operationsverfahren bieten minimalinvasive kathetergestützte Techniken eine... Details

Verwandte Inhalte

15.11.2016

Aktion Meditech Medien-Seminar: Gesundheit für Herz und Gefäße

Hamburg – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. Bei der Therapie von Herzerkrankungen profitieren Patienten von innovativen Medizintechnologien. Der medizintechnische Fortschritt ermöglicht schonendere Verfahren und eine bessere Versorgung, wie... Details
18.08.2016

„Ohne medizintechnische Innovationen würde es die moderne Herzchirurgie nicht geben“

In unserem Interview erläutert Professor Dr. med. Ralf Seipelt, Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie der SHG Kliniken Völklingen, den Nutzen fortwährender medizintechnischer Innovationen in der Herzchirurgie unter anderem am Beispiel der TAVI.
Wie wichtig sind medizintechnische... Details
08.06.2016

Flüssigkeitstherapie auf dem OP-Tisch

Während einer Operation und auf der Intensivstation ist die lückenlose Überwachung der Herz- und Kreislauffunktion eines Patienten wesentlich. Um darüber hinaus möglichen Komplikationen vorzubeugen, wird auch empfohlen, das Flüssigkeitsvolumen des Patienten rund um die Operation in einem... Details
23.02.2015

Neue Leitlinie Adipositas-Chirurgie – oder: Kann man Diabetes chirurgisch heilen?

Menschen mit krankhafter Adipositas können – rein technisch betrachtet – schon seit Jahrzehnten chirurgisch behandelt werden. Bei allen entsprechenden Verfahren geht es um zweierlei: Das Magenvolumen für die Nahrungsaufnahme zu verkleinern (Restriktion) und die Aufnahme von Nährstoffen –... Details

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Barrierefrei nach W3C "Web Content Accessi- bility Guidelines 1.0", Stufe A.