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Cardiale Resynchronisationstherapie bei Herzinsuffizienz: Damit das Herz im Takt bleibt 19.05.2011    

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Zwei Elektroden werden in der rechten, eine in der linken Herzkammer platziert.
Krankheitsbild: Herzinsuffizienz
Herzinsuffizienz, allgemein auch als Herzschwäche bezeichnet, wird unter Medizinern als das bedeutendste kardiale Krankheitsbild unserer Zeit gesehen. Allein in Deutschland sind nach Schätzungen 1,5 Millionen Menschen betroffen, etwa 100.000 sterben jährlich daran.

Unser Herz hat die Aufgabe, das Blut durch den Körper zu pumpen. Da das Herz aus vier Kammern besteht, ist es wichtig, dass alle vier Kammern exakt aufeinander abgestimmt arbeiten. Nur wenn diese Koordination reibungslos verläuft, wird der Kreislauf aufrechterhalten und alle Organe mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt.

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Herzinsuffizienz ist eine langsam fortschreitende Erkrankung. In ihrem Verlauf wird das Herz immer schwächer, das Zusammenspiel der Kammern geht verloren - es wird nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper gepumpt. Anfangs haben die Patienten nur Symptome bei körperlicher Belastung, später auch in Ruhe. Sie sind ständig müde, geraten schon bei geringster Anstrengung außer Atem und bekommen schlecht Luft. Im Endstadium ist oft die Herztransplantation der letzte Ausweg, doch dafür kommen nur wenige Patienten in Frage.

Die Behandlung der Herzschwäche erfolgt im ersten Schritt medikamentös. Damit können manchmal die Symptome gelindert werden, doch insgesamt verbessert sich die Lebensqualität dieser Patienten und auch das Voranschreiten des Krankheitsverlaufes nicht wesentlich.

Neue Behandlungsmöglichkeit: Cardiale Resynchronisations-Therapie
Vor ca. 12 Jahren gelang ein neuer Durchbruch bei der Behandlung von Patienten mit Herzschwäche. Die Entwicklung der cardialen Resynchronisations Therapie (CRT). Voraussetzung für deren Einsatz ist, dass bei dem Patienten die Kontraktionskraft des Herzens durch eine unkoordinierte Pumpbewegung des Herzens reduziert ist - dies trifft auf etwa ein Drittel aller Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche zu.

Bei dieser wirkungsvollen Therapieform wird ein kleines microcomputergesteuertes Gerät im Brustbereich unter der Haut implantiert. Über drei feine Elektroden, die in jeweils einer Herzkammer verankert sind, werden winzige elektrische Impulse gesendet, die das Herz stimulieren.

Auf diese Weise wird das Zusammenspiel der Kammern wiederhergestellt, also "resynchronisiert". Die Patienten fühlen sich nach der Implantation des Systems deutlich besser und sind wieder belastbarer. Nach kurzer Zeit können sie wieder fast normal spazieren gehen - das ist ein erheblicher Zuwachs an Lebensqualität!
Es gibt sogar Patienten, die von der Warteliste für eine Herztransplantation ge-nommen werden konnte, nachdem sie ein solches Therapiesystem erhielten.

CRT Implantiert
Zwei Elektroden werden in der rechten, eine in der linken Herzkammer platziert.

System mit zwei Therapien
Es gibt eine zweite, aufwändigere Gerätefamilie, die zusätzlich zur Funktion zur Wiederherstellung einer koordinierten Herzbewegung (CRT) einen Implantierbaren Defibrillator (ICD) enthält. Dies ist sinnvoll, wenn ein Patient nicht nur unter unkoordiniertem Zusammenspiel der Kammern, sondern auch unter zu schnellem Herzschlag leidet und dadurch ein neunfach erhöhtes Risiko hat, ein Kammerflimmern zu erleiden. Dies muss sehr ernst genommen werden, denn Kammerflimmern ist eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung, bei der die Herzkammern völlig unkoordiniert voneinander schlagen und es so zu einem völligen Verlust der Pumpleistung des Herzens kommt.
Durch die Kombination der beiden Therapieprinzipien CRT und ICD (CRT-D) können sehr viele Herzinsuffizienz-Patienten vor dem Plötzlichen Herztod bewahrt werden, denn das Implantat die Störung und gibt automatisch einen rettenden Schock ab.

Ein Gewinn für den Patienten - und für die Gesellschaft
Die positive Wirkung der cardialen Resynchronisations-Therapie wurde mehreren groß angelegten Studien überzeugend belegt. So haben die Studien CARE-HF und COMPANION die Vorteile der Therapie bei Patienten mit schwerer Herzschwäche und einem unkoordiniert schlagenden Herzen gezeigt: Sowohl die Sterblichkeit als auch die Anzahl der Krankenhausaufenthalte lassen sich durch die CRT verringern. In den USA, der Schweiz und in Deutschland wurden daraufhin entsprechende Empfehlungen in die Behandlungsleitlinien aufgenommen. Die Madit CRT-Studie (Multicenter Automatic Defibrillator Implantation Trial) zeigte bei Patienten mit leichter Herzinsuffizienz darüber hinaus eine deutliche Reduktion um 41 Prozent der Herzinsuffizienz bedingten Ereignisse im Vergleich zur reinen ICD-Implantation. Im vergangenen Jahr wurden die Ergebnisse einer weiteren Studie vorgestellt: Die Reverse-Studie zeigt, dass die CRT auch bei Patienten mit sehr leichter Symptomatik bereits den Krankheitsverlauf effektiv aufhalten kann.

Die cardiale Resynchronisation führt bei allen genannten Patientengruppen zu einer verringerten Häufigkeit der Krankenhausaufnahme - und kommt so nicht nur dem Einzelnen, sondern dem ganzen Gesundheitssystem und damit der Gesellschaft zugute.
Letzte Aktualisierung: Oktober 2010

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