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Ankerschirmchen: Schlaganfall-Prophylaxe durch Verschluss von Loch im Herzen 19.05.2011    

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Anker und Schirmchen passen sich von beiden Seiten der Herzscheidewand an und verschließen so das "Loch" im Herzen.
Für Schlaganfallpatienten und Menschen, die eine TIA (transitorische ischämische Attacke) erlitten haben, ist die Gefahr eines erneuten Vorfalls groß. Wenn Faktoren wie Bluthochdruck, Arterienverkalkung, Diabetes, Herzerkrankungen, Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen als Ursachen ausscheiden, kann der Arzt prüfen, ob der Patient ein "Loch" im Herzen hat. Löcher im Herzen können für Schlaganfälle verantwortlich sein.

Herzfehler PFO
Jedes ungeborene Kind im Mutterleib hat ein kleines Loch im Herzen. Die Öffnung, medizinisch Foramen ovale ("ovales Loch"), funktioniert wie ein Ventil: Durch sie wird sauerstoffreiches Blut über die Vorhöfe von einer Hälfte des Herzens in die andere geschleust. Auf diese Weise werden wir im Mutterleib ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Nach der Geburt übernimmt unsere Lunge die Atemfunktion: Sie leitet nun den Sauerstoff weiter und der Säuglingskörper braucht das kleine Loch im Herzen nicht mehr. Es verschließt sich normalerweise binnen kurzer Zeit von selbst, so dass die rechte und linke Herzhälfte vollständig voneinander getrennt sind. Doch bei etwa jedem vierten Menschen bleibt die Öffnung bestehen. Ärzte nennen sie deshalb persistierendes (= dauerhaftes) Foramen ovale genannt, kurz PFO.

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Die Gefahr eines erneuten Schlaganfalls sinkt deutlich durch den Verschluss des PFO mit einem Ankerschirmchen. Positiver Nebeneffekt: Auch schlimme Migräneattacken können dadurch zurückgehen.
Eigentlich ist ein PFO für die Gesundheit unbedenklich. Gefährlich wird es nur, wenn sich die Druckverhältnisse im Herzen ändern. Wenn der Druck im rechten Vorhof auf einmal höher ist als im linken, öffnet sich das ventilartige PFO. Folge: Ungefiltertes und sauerstoffarmes Blut tritt vom rechten in den linken Vorhof über. Von dort gelangt es über den arteriellen Kreislauf ins Gehirn, wo winzige Blutgerinnsel einen Schlaganfall oder eine TIA auslösen können.

Untersuchungen bestätigen, dass PFO Schlaganfälle begünstigen: Von den unter 55-Jährigen, die einen Schlaganfall oder eine TIA erlitten haben, weisen 40 Prozent ein PFO auf. Wird das Loch im Herzen verschlossen, sinkt die Gefahr eines erneuten Schlaganfalls. Gerade bei Schlaganfallpatienten ist es daher wichtig heraus zu finden, ob sie ein Loch im Herzen haben. Der Verschluss ihres PFO kann sie vor einem erneuten Anfall schützen.

Neue Behandlungsmöglichkeit: Ankerschirmchen
Früher wurden PFO in einer Operation am offenen Herzen verschlossen. Ein schwerer und risikoreicher Eingriff, besonders für ältere Patienten. Seitdem es so genannte Ankerschirmchen gibt, kann der Eingriff auch minimal-invasiv durchgeführt werden. Der Arzt schiebt das kleine Ankerschirmchen mithilfe eines Katheters über eine Leistenvene des Patienten zum Herzen vor. Dort platziert er es so auf dem PFO, dass Anker und Schirmchen die Herzscheidewand jeweils von beiden Seiten sicher verschließen. Dank ihres speziellen Profils passen sich Ankerschirmchen der Herzscheidewand des Patienten genau an und wachsen innerhalb weniger Monate ein. Die beiden Herzkammern sind vollständig voneinander getrennt, und die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Schlaganfalls ist erheblich reduziert.

Der Eingriff dauert 30 bis 60 Minuten und hat für die Patienten folgende Vorteile:
  • Sie sind schnell wieder mobil, weil der Eingriff weder Vollnarkose noch große Schnitte erfordert.
  • Sie müssen keine Angst haben, wegen ihres PFO einen erneuten Schlaganfall oder eine erneute TIA zu erleiden, weil die Ankerschirmchen ihr PFO sicher verschließen.
  • Das Implantat ist gut verträglich und zeigte bislang keinerlei Nebenwirkungen.
  • Der Eingriff ist eine Kassenleistung und kann in allen Herzzentren und Universitätskliniken sowie in großen Krankenhäusern mit angeschlossenem Herzkatheterlabor durchgeführt werden.


Anker und Schirmchen
Anker und Schirmchen passen sich von beiden Seiten der Herzscheidewand an und verschließen so das "Loch" im Herzen. PFO-Verschluss als Therapie noch nicht weit verbreitet
Obwohl PFO mit Ankerschirmchen zuverlässig verschlossen werden können und die Gefahr eines erneuten Schlaganfalls dadurch deutlich sinkt, ziehen noch immer viele Ärzte eine Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten vor. Trotzdem sollten sich Menschen, die einen Schlaganfall oder eine TIA erlitten haben, mit ihrem Arzt darüber unterhalten, ob sie möglicherweise ein PFO haben. Das gilt insbesondere für jene Patienten, bei denen die Ursache für den Vorfall nicht geklärt werden konnte. Der Verschluss mit Ankerschirmchen könnte bei ihnen einem erneuten Vorfall vorbeugen.

Ausblick: Mit PFO-Verschluss gegen Migräne?
Im Rahmen medizinischer Studien zur Wirksamkeit von PFO-Verschlüssen bei Schlaganfallpatienten wurde ein überraschender Zusammenhang festgestellt: Viele Patienten mit PFO leiden auch unter Migräne. Verschließen Ärzte das PFO der Betroffenen mit den innovativen Ankerschirmchen, verschwinden die quälenden Kopfschmerzen zwar nicht vollständig; der Eingriff reduziert aber die Häufigkeit der Attacken um die Hälfte und die Intensität der Schmerzen nimmt deutlich ab.

Noch steht die Forschung hier am Anfang. Zurzeit laufen jedoch schon Langzeituntersuchungen, die diesen Zusammenhang genauer beleuchten. Bestätigen die Studien die bisherigen Beobachtungen, dann könnte der Einsatz eines Ankerschirmchens Millionen Menschen nicht nur von dem Loch in ihrem Herzen, sondern auch von ihrer Migräne befreien.

Weitere Informationen zum Thema Schlaganfall:


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