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Lebensrettung im Doppelpack: Automatisiertes Blutspendesystem 19.05.2011    

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Mithilfe des automatisierten Blutspendesystems können aus einer Spende gleich zwei Erythrozytenkonzentrate gewonnen werden.
Spender gesucht - in jedem steckt ein Lebensretter
Immerhin 1,5 Liter seines Blutes - das sind etwa ein Viertel bis ein Drittel des gesamten Volumens - kann ein gesunder Erwachsener verlieren, ohne schwere Schäden davon zu tragen. Ein Blutverlust, der darüber hinaus geht, kann allerdings lebensgefährlich sein. Denn das verbliebene Blut kann seine lebenswichtigen Funktionen nicht mehr ausreichend erfüllen. Bei "normalen" Alltagsverletzungen sind wir davon aber in der Regel weit entfernt. Doch jeder von uns kann plötzlich einen starken Blutverlust erleiden, z. B. durch einen schweren Unfall oder Komplikationen während eines chirurgischen Eingriffs. Dann ist es überlebenswichtig, dass so schnell wie möglich Spenderblut zur Hand ist. Größere Operationen sind ohne Transfusionen oft erst gar nicht möglich.

Blut ist auch deshalb ein besonderer Saft, weil es trotz aller medizinischen Forschung bislang nicht gelungen ist, es künstlich herzustellen. Die einzige Quelle für den im Notfall dringend benötigten Nachschub sind wir selbst, und der Bedarf an Spendern erhöht sich: Mit der älter werdenden Bevölkerung steigt die Anzahl der Operationen und damit auch die des benötigten Spenderbluts. Während der Blutbedarf wächst, nimmt gleichzeitig die Spendebereitschaft kontinuierlich ab. In der Urlaubs- und Reisesaison klafft heute schon oft eine große Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Deshalb werden dringend Lebensretter gesucht: Es gibt keinen einfacheren Weg anderen Menschen das Leben zu retten, als durch eine Blutspende. Und wir alle können schließlich jederzeit selbst auf Blut angewiesen sein.

Mehr Ertrag bei vergleichbarem Aufwand
Ein neues automatisiertes Blutspendesystem soll zukünftig gewährleisten, dass angesichts des steigenden Bedarfs aus jeder Blutspende das Optimum herausgeholt wird. Um an ein Konzentrat der besonders begehrten roten Blutkörperchen zu gelangen, ist mit der herkömmlichen Methode eine Vollblutspende nötig. Einige der dabei gleichzeitig gewonnenen Blutbestandteile werden aber oft nicht in der gleichen Menge benötigt und können nicht weiterverwendet werden. Hinzu kommt, dass die gewonnenen Einheiten eine unterschiedliche Anzahl an roten Blutkörperchen aufweisen - im Ernstfall kann das die Wirksamkeit einer Transfusion womöglich beeinflussen.

Die neue innovative Technik schafft Abhilfe. Mit ihr werden pro Spende gleich zwei Erythrozyten-Einheiten gewonnen. Mit andern Worten: Eine Blutspende kann gleich zwei Menschen das Leben retten. Möglich macht es eine neuartige Technologie, die bereits während der Spende die roten Blutkörperchen von den restlichen Blutbestandteilen trennt. Die nicht benötigten Anteile werden dem Spender direkt wieder zugeführt. Dank verschiedener Sicherheits- und Alarmvorrichtungen ist das neue Verfahren für den Spender nicht nur genau so unbedenklich wie das herkömmliche, es bietet ihm sogar Vorteile: Sein Flüssigkeitsverlust ist deutlich geringer, da nicht benötigtes Blutplasma zusammen mit Kochsalzlösung wieder in seinen Blutkreislauf zurückgeführt wird. Damit sind Kreislaufprobleme im Vergleich zur üblichen Vollblutspende seltener. Angenehm ist auch, dass die verwendete Kanüle kleiner ist und der Pieks, vor dem sich die meisten Menschen fürchten, kaum zu spüren ist. Gleichzeitig ist der Zeitaufwand für den Spender mit dem der herkömmlichen Methode vergleichbar.

So profitieren alle Seiten von der neuen Technologie: Der Spender, weil er ohne größeren Aufwand zwei Leben retten kann. Der Spendedienst, weil er sowohl quantitativ als auch qualitativ einen besseren Ertrag erzielt. Denn die gewonnen Blutkonserven sind standardisiert, das heißt, jede Einheit weist einen identischen Gehalt an roten Blutkörperchen auf. Und nicht zuletzt auch die Empfänger: Gerade für Menschen, die eine besonders seltene Blutgruppe haben, sind passende Blutkonserven lebenswichtig. Mit dem neuen System können von einem geeigneten Spender gleich zwei Konzentrate des raren Blutes gewonnen werden.

An diesem neuen Blutspendeverfahren kann grundsätzlich jeder gesunde Erwachsene teilnehmen. Ob Sie in Frage kommen, können Sie dieser Tabelle entnehmen:

Männer Frauen
Mindestgewicht ab 70 Kilo ab 70 Kilo
Größe ab 170 cm ab 168 cm
HB-Wert* 14,0 g/dl 14,0 g/dl
Letzte Spende vor 6 Monaten vor 6 Monaten
kein Bluthochdruck kein Bluthochdruck


*Hämoglobinwert: Gehalt an rotem Blutfarbstoff im Blut;
wird vor jeder Blutspende bestimmt

Fragen Sie bei Interesse doch einfach Ihren örtlichen Blutspendedienst, ob er die innovative Technologie bereits anwendet. Bislang wird sie in Deutschland nur von wenigen Diensten routinemäßig eingesetzt. Mit einer raschen Verbreitung ist aber zu rechnen, da das System sich auch hervorragend für den mobilen Einsatz eignet und seine größere Effizienz den Diensten hilft, Kosten zu sparen. Zahlreiche Anträge zur Zulassung wurden denn auch bereits eingereicht. Aber natürlich gilt: Auch mit einer Spende im herkömmlichen Verfahren können Sie Leben retten - probieren Sie es doch einmal (wieder) aus!

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