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Mobile Sauerstoff-Therapie steigert die Lebensqualität und Lebenserwartung von chronisch Lungenkranken 19.05.2011    

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Für Patienten, die mobil sein wollen und können: Ein unauffälliges, leichtes System für die Langzeit-Sauerstofftherapie
Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland können nicht gut atmen. Sie leiden unter Chronisch Obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), in deren Verlauf sich zunehmend die Atemwege verengen. Was ist die Folge? Die Lunge kann nicht mehr richtig arbeiten: Der Austausch von verbrauchtem Kohlendioxid und frischem Sauerstoff ist gestört - der Körper bekommt zu wenig lebensnotwendigen Sauerstoff. Experten gehen davon aus, dass COPD in zwanzig Jahren weltweit die dritthäufigste Todesursache nach Herzinfarkt und Schlaganfall sein wird. Hauptursache ist das Rauchen: Neun von zehn COPD-Patienten sind oder waren Raucher! Je mehr Zigaretten, desto größer das Risiko. Aber auch bestimmte Dämpfe, Gifte und Gase können eine Erkrankung der Atemwege auslösen.

Die Krankheit beginnt schleichend und wird deshalb sowohl von Patienten als auch von Ärzten oft erst spät erkannt. Husten, Auswurf, Atemnot und pfeifende Geräusche beim Ausatmen - diese Symptome verdrängen viele Betroffene oder tun sie als "normalen" Raucherhusten und Alterserscheinung. ab. Die COPD ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern eine Gruppe von verschiedenen Erkrankungen. Besonders häufig beruht sie auf chronisch obstruktiver Bronchitis oder Lungenemphysem:

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Mobilität bedeutet Freiheit!
Chronisch obstruktive
Bronchitis

  • Krankhafte Entzündung der Atemwege
  • Husten, der über mindestens drei Monate hinweg in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auftritt
  • Auswurf
  • Verengung der Atemwege
  • Häufige Atemnot, insbesondere bei körperlicher Belastung


Lungenemphysem
  • Überblähung der Lunge, die sich nicht zurückbildet
  • Funktionsbeeinträchtigung der Lunge
  • Zerstörung der Lungenstrukturen in den Lungenbläschen


Aber auch Thoraxwanderkrankungen sowie Erkrankungen mit schwerer Hypoxämie (z.B. pulmonale Hypertonie, Herzinsuffizienz mit Cheyne-Stoke-Atmung) fallen unter den Begriff COPD.

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Der Patient füllt die Trageeinheit in weniger als vierzig Sekunden am Vorratsbehälter auf.
Medikamentöse Therapie der frühen Stadien
COPD ist nicht heilbar. Deshalb zielt die Behandlung vor allem auf Symptomlinderung, Verlangsamung des Fortschreitens und Steigerung der Lebenserwartung ab. In den frühen Stadien der COPD helfen Medikamente in Tabletten- oder Sprayform und zum Inhalieren (Bronchodilatatoren, beta-2-Sympatomimetika, Theophylline). Wichtig ist, dass die Betroffenen unbedingt das Rauchen einstellen und die Wirkung der Medikamente durch ein regelmäßiges Trainingsprogramm unterstützen: Körperliche Aktivität stärkt die Muskulatur und verbessert die Atemtechnik.

Langzeit-Sauerstofftherapie für schwere COPD-Formen
Patienten im fortgeschrittenen Stadium der COPD profitieren nachweislich enorm von der Langzeitsauerstoff-Therapie. Das Prinzip ist einfach: Kontinuierliche und bedarfsgerechte Zufuhr von Sauerstoff hält dessen Konzentration im Blut stabil, sorgt für besseres Allgemeinbefinden und verhindert plötzliche Verschlechterungen des Gesundheitszustands. Sowohl die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit als auch die Lebenserwartung der Patienten wird auf diese Weise gesteigert.

Voraussetzung ist eine hohe Motivation des Betroffenen. Denn damit die Therapie erfolgreich ist, muss der Sauerstoff mindestens 16 Stunden täglich aus einem speziellen Gerät über eine Nasenbrille zugeführt werden.

COPD-Patienten stehen - ja nach Mobilitätsgrad - verschiedene Therapiesysteme zur Verfügung. Die Entscheidung hängt im wesentlichen vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Ist der Patient bettlägrig, bietet sich ein Konzentrator an, der die Raumluft in konzentrierten Sauerstoff umwandelt. Nachteil: Die Geräte sind recht laut und verbrauchen Strom. Für Patienten mit mehr Bewegungsfreiheit gibt es tragbare Druckgasflaschen oder Standard-Flüssigsauerstoffsysteme. Sie wiegen in der Regel mehr als vier kg und müssen häufig aufgefüllt werden. Eine wegweisende Innovation steht seit kurzem für COPD-Patienten (Grad III) zur Verfügung, die mehr als vier Stunden täglich mobil sein wollen und können: Das Flüssigsauerstoff-System ist das kleinste und leichteste Sauerstoffsystem weltweit!

Patient mit Flüssigsauerstoff-Demand-System
Für Patienten, die mobil sein wollen und können: Ein unauffälliges, leichtes System für die Langzeit-Sauerstofftherapie
Neues Flüssigsauerstoff-System: Aktiv leben mit COPD
COPD-Patienten neigen grundsätzlich dazu, körperliche Anstrengung zu vermeiden. Bewegung ist jedoch besonders wichtig: Sie sorgt für erhöhten Sauerstoffbedarf, aber auch erhöhte Sauerstoffzufuhr! Studien zeigen, dass mehr Mobilität den Allgemeinzustand und die Lebenserwartung der Patienten verbessert.

Hier setzt das neue Flüssigsauerstoff-System an: Einfache Handhabung und maximaler Komfort sorgen für eine bisher nicht gekannte Beweglichkeit und Lebensqualität. Das neue System besteht aus einer tragbaren Einheit mit einem Füllgewicht von nur 1,5 Kilo und einem stationären Reservoir. Die Trageeinheit ist unauffällig - sie kann wie eine Handtasche über der Schulter oder am Gürtel getragen werden. Herkömmliche Sauerstoff-Systeme sind größer und wiegen deutlich mehr.

Durch die Komprimierung des Flüssigsauerstoffs kann die Trageeinheit bei geringem Gewicht eine große Menge Sauerstoff speichern. Ein integriertes Ventil reguliert den individuellen Bedarf des Patienten. Über eine Nasenbrille wird der Sauerstoff zugeführt. So erhält er exakt die Menge Sauerstoff, die er benötigt. Mit seiner großen Reichweite setzt das innovative System neue Maßstäbe: Bis zu 13 Stunden kann sein Träger aktiv am Leben teilnehmen - z. B. spazieren gehen, Freunde besuchen, im Garten arbeiten!

Der stationäre Vorratsbehälter befindet sich in der Wohnung oder im Haus des Patienten. Wegen der sehr niedrigen Verdampfungsrate muss das Reservoir nur alle vier bis sechs Wochen von einem Homecare-Unternehmen aufgefüllt werden (statt wöchentlich, wie bei herkömmlichen Systemen). Mit einfachen Handgriffen kann der Patient seine Trageeinheit in nur vierzig Sekunden auffüllen!

Therapeutisch und wirtschaftlich ein Gewinn
Das innovative Flüssigsauerstoff-Demand-System steigert die Lebenserwartung von COPD-Patienten und verhilft zu mehr Lebensqualität. Das System ist das einzige verordnungsfähige System dieser Art, das im Heil- und Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen wurde (Produktgruppe 14.24.05.6). Hat ein Lungenfacharzt den Patienten für geeignet befunden und das System verordnet, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Therapie. Es gilt die gesetzliche Zuzahlungsregelung (10 Prozent des Abgabepreises; mindestens 5 €, höchstens jedoch 10 €). Interessierte Patienten, die mobil sind und sich für geeignet halten, sollten daher gezielt Ihren Arzt auf diese Therapieform ansprechen.

Auch wirtschaftlich ist das Flüssigsauerstoff-Demand-System interessant: Es verbraucht viermal weniger Sauerstoff als Standard-Sauerstoff-Systeme - hier gibt es enorme Einsparpotenziale für die Krankenkassen.

Letzte Aktualisierung: Dezember 2005

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