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Stapler-Methode entfernt Hämorrhoiden schnell und nahezu schmerzfrei 19.05.2011    

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Fortgeschrittenes Stadium: Stark vergrößerte und hervorgetretene Hämorrhoiden.
Es "erwischt" fast jeden Zweiten: Lästige Fremdkörper dort, wo sie nicht hingehören; heftiges Jucken und Brennen, Blut im Stuhl... Keiner spricht gerne darüber. Es ist peinlich. Dabei verfügt von Geburt an jeder über Hämorrhoiden: Sie dichten den Enddarm ab und vermeiden, dass z.B. Flüssigkeiten unkontrolliert austreten. Zum Problem werden sie erst, wenn andere Faktoren hinzutreten.

Krankheitsbild: Hämorrhoiden
Schon in der Antike waren Hämorrhoiden bekannt: Der Begriff entstammt dem Griechischen und bedeutet wörtlich: "Blutfluss". Blut fließt allerdings nur im äußerst fortgeschrittenen Stadium der Krankheit. Hämorrhoiden sind krampfaderähnliche, knotenförmige Erweiterungen eines Geflechts von Blutgefäßen am so genannten Schwellkörper. Dieser befindet sich unmittelbar vor dem After und unterstützt den Schließmuskel. Menschen mit angeborener Bindegewebsschwäche neigen zu Hämorrhoiden. Vererbung, permanente Verstopfung, psychische Belastung, Übergewicht, übermäßiges Sitzen und starkes Pressen beim Stuhlgang begünstigen einen Rückstau des Blutes in den Venen und Arterien des Schwellkörpers - so entstehen Hämorrhoiden.

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Ergebnis nach der Operation mit der Stapler-Methode
Es wird geschätzt, dass mindestens 50% aller Menschen im Alter von über 30 Jahren an diesen knotenförmigen Erweiterungen leiden. Typische Symptome: Jucken, Stechen, Brennen, Nässen, hellrote anale Blutungen und das Gefühl, den Stuhl nicht vollständig entleert zu haben. Man unterscheidet vier verschiedene Hämorrhoiden-Stadien. Zunächst sind die Knötchen von außen unsichtbar. Sie können sich von selbst zurückbilden und verursachen keine Schmerzen, weil die Afterschleimhaut schmerzunempfindlich ist. In den fortgeschritteneren Stadien wölben sich die Knoten nach außen und treten unter Umständen während des Stuhlganges vor den After. Eine Therapie ist dann dringend erforderlich, da sich die Hämorrhoiden in der Regel von alleine nicht mehr zurückbilden. Massive Blutungen und Schmerzen entstehen, wenn die Knoten verletzt oder eingeklemmt werden. Bakterien im Stuhl können sogar Geschwüre (Analfissuren) verursachen.

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Ergebnis nach der Operation mit der Stapler-Methode
Konventionelle Behandlungsmethoden
Bei leichten Beschwerden ist eine Therapie nicht unbedingt erforderlich. Es ist ausreichend, dass sich der Patient mit viel Obst und Gemüse ernährt und reichlich Flüssigkeit trinkt. Bei dauerhafter Verstopfung hilft darüber hinaus die tägliche Einnahme von Weizenkleie. Außerdem sollte generell auf eine gewissenhafte Analhygiene geachtet werden. Leichtere Beschwerden lassen sich mit kortisonhaltigen, entzündungshemmenden Salben und Zäpfchen behandeln. Bei stärkeren Symptomen kommt eine Verödung der Hämorrhoiden mit der sogenannten Sklerosierungstechnik in Betracht. Den Patienten wird beispielsweise Phenolmandelöl gespritzt, das die Knoten schrumpfen lässt. Die Infrarotkoagulation verödet die Knoten durch eine Infrarotsonde. Außerdem gibt es die Gummibandligatur nach Barron: Hämorrhoiden werden "abgeschnürt", so dass ihr Gewebe abstirbt.

Stark vergrößerte und hervorgetretene Hämorrhoiden
Fortgeschrittenes Stadium: Stark vergrößerte und hervorgetretene Hämorrhoiden.
Die zirkuläre Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo
Nach herkömmlichen Hämorrhoiden-Eingriffen konnten viele Patienten wochenlang wegen starker Schmerzen nicht sitzen. Die seit 1993 bekannte, schmerzarme "Longo-Methode" - entwickelt von dem italienischen Chirurgen Antonio Longo - hinterlässt nur eine kleine Operationswunde und kann auch ambulant durchgeführt werden. Sie eignet sich für die Behandlung von Patienten im 3. oder 4. Stadium mit sicht- und tastbaren Knoten. Bei dieser Methode werden die Hämorrhoiden mit einem speziellen Gerät entfernt und die Wundränder geklammert (nicht genäht). Der Eingriff dauert nur 15 bis 20 Minuten, eine Nachbehandlung mit Sitzbädern und Salben ist nicht erforderlich.

Wie funktioniert die Operation genau? Die Darm-Schleimhaut wird quasi geliftet. Der Arzt führt ein Schneide- und Klammergerät in den Mastdarm ein und rafft die Schleimhaut zusammen, die Hämorrhoiden werden in ihre ursprüngliche anatomische Position zurückgedrängt. Das überschüssige Schleimhautgewebe wird kreisförmig herausgeschnitten. Anschließend heftet der Chirurg die Wundränder mit Titan-Klammern zusammen (to staple = engl. für heften, klammern - daher der Name Stapler-Methode), die der Körper nach kurzer Zeit wieder abstößt. Die Operation spielt sich im schmerzunempfindlichen Innern des Enddarms ab, ohne die sensible, angrenzende Analhaut zu tangieren. Die Gefahr einer Inkontinenz ist äußerst gering. Die Patienten kommen fast gänzlich ohne Schmerzmittel aus und können bereits nach wenigen Tagen die Klinik verlassen.

Die zirkuläre Stapler-Methode nach Longo ist hinreichend erprobt und seit April 1998 in Deutschland zugelassen. Seitdem wurden mehr als 20.000 Operationen durchgeführt. Die Methode gilt als revolutionär und greift dort ein, wo herkömmliche Behandlungen versagen. Tröstlich, denn jeder 20. Hämorrhoiden-Betroffene muss früher oder später operiert werden.

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