Zur Startseite der Aktion Meditech

Navigation

Schlafapnoe-Syndrom: Ein Schlafwächter schützt vor den nächtlichen Atemstillständen 19.05.2011    

Vergrößern
Schnarchen ist nervend aber meistens harmlos. Es kann jedoch auch ein Hinweis auf eine lebensbedrohliche Krankheit, die Schlafapnoe sein. CPAP-Beatmungsgeräte können den Betroffenen zuverlässig helfen.
"Der Schlaf ist für den Menschen, was das Aufziehen für die Uhr ist", weissagte bereits Arthur Schopenhauer. In den nächtlichen Ruhephasen kann sich der Körper vom anstrengenden Tag erholen, die Geschehnisse verarbeiten und vor allem Energie für den Tag sammeln. Ohne ausreichend und regelmäßigen Schlaf kommt es schnell zu ernsthaften gesundheitlichen, sozialen und psychischen Problemen.

Wenn der Schlaf gestört wird
Fast jeder Mensch hat während der Nacht einige Atemstillstände - das ist normal. Wenn sie aber mehr als zehnmal in der Stunde auftreten und länger als zehn Sekunden andauern, wenn zudem Veränderungen der Gehirnfunktion und eine Störung des Schlafablaufes feststellbar sind, dann ist ein Schlafapnoe-Syndrom (SAS) wahrscheinlich. Beim obstruktiven SAS (OSAS) erschlafft die Muskulatur um die oberen Atemwege und verengt so den Luftweg. Die Folge sind Schnarchen und gelegentliche Atembeschwerden. Erschlaffen die Muskeln zu stark, verschließen sich die Luftwege ganz. Das Ein- und Ausatmen ist dann nicht mehr möglich. Vor allem Männer ab 40 leiden daran. Potentiell kann die Atemstörung aber auch junge Männer und Frauen und sogar Babys betreffen.

Die Patienten sind im Schlaf enormem Stress ausgesetzt: Oft stockt ihnen der Atem nachts minutenlang, mehrmals in jeder Stunde. Jedes Mal wird der Körper erneut in Alarmbereitschaft versetzt - es kommt auch zu plötzlichen "Aufweckreaktionen" (Arousal): Der "Nicht-Schläfer" schnappt unter einem gurgelnden Röcheln wieder nach Luft.

Bei SAS-Patienten wird der Schlaf so wiederholt und vor allem dauerhaft gestört, weswegen sie tagsüber an Konzentrationsstörungen und Tagesschläfrigkeit leiden. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann sie weitere lebensgefährliche Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall nach sich ziehen.

Zuverlässige Diagnose im Schlaflabor
Um das OSAS therapieren zu können, bedarf es einer sehr genauen Diagnose. Dafür gibt es unterschiedliche Methoden. Das sogenannte Schlafapnoe-Screening kann zuhause durchgeführt werden und liefert zahlreiche Daten über die Atmung während des Schlafs. Präzisere Ergebnisse erzielt man durch eine Untersuchung im Schlaflabor. Dazu verbringt der Patient ein bis zwei Nächte in einem speziell ausgestatteten Zimmer, wo während des Schlafs die Atemfrequenz, der Sauerstoffgehalt des Bluts, das Atemgeräusch, das Echokardiogramm (EKG), die Hirnströme (EEG) und zahlreiche weitere Parameter aufgezeichnet werden.

Therapie mit Beatmungsgeräten
Die Zahl der Therapiemöglichkeiten des SAS ist lang, wirklich bewährt hat sich bisher allerdings nur Überdruckbehandlung mittels Beatmungsgeräten. Diese Schlafwächter verfügen über ein Gebläse, das über einen Schlauch mit einer Atemmaske verbunden ist. Mithilfe der Maske erzeugen die CPAP-Beatmungsgeräte (Continuous Positive Airway Pressure, kontinuierliche Überdruckbeatmung) einen leichten Überdruck in den Atemwegen und hindern diese am Zusammenfallen. Bei den CPAP-Geräten haben sich Modelle als besonders anwenderfreundlich erwiesen, die mit adaptiver Druckstabilisierung schnell und stabil auf sich ändernde Bedingungen (u.a. Höhenverhältnisse, barometrische Veränderungen, neue Atemmaske) reagieren und so mit der individuellen Anpassung des Therapiedrucks für einen gleichmäßigen Atemfluss sorgen. Einer Austrocknung der Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich kann durch moderne Geräte mit integrierten Befeuchtungsbehältern, die die Atmungsluft anfeuchten und erwärmen, umgangen werden.

Meist übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Therapie und CPAP-Beatmungsgeräte vollständig, wenn OSAS diagnostiziert wurde. Patienten sollten sich aber in jedem Fall vor dem Besuch des Schlaflabors eine Kostenübernahmeerklärung ihrer Krankenkasse geben lassen.

Nachrichten

15.11.2018

Digitale Medizintechnologien ermöglichen individualisierte Gesundheitsversorgung zum Nutzen der Patienten

Eltville – Die fortschreitende Digitalisierung in der Medizin bietet große Chancen, die Gesundheitsversorgung durch eine stärkere Vernetzung aller Beteiligten zu verbessern sowie Qualität und Geschwindigkeit der Diagnostik zu optimieren. Auf einer Veranstaltung der Aktion Meditech in Hamburg... Details
25.10.2018

Preis für innovative Mittelohrchirurgie verliehen

Frankfurt/Dresden – Dr. Marie-Luise Metasch wird mit dem den ersten Preis für Patientensicherheit in der Medizintechnik ausgezeichnet. Verliehen wird er von der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im Verband der Elektrotechnik, Elektronik Informationstechnik (VDE) und dem... Details
25.10.2018

Ärztekammer Thüringen für Telemedizin

Jena – Nachdem bereits andere Bundesländer dem Beschluss des Deutschen Ärztetages in Erfurt pro Telemedizin gefolgt sind, kommt diesem nun auch die Ärztekammer Thüringen nach. Künftig dürfen Ärzte in dem ostdeutschen Flächenland bestimmte Patienten ausschließlich via... Details
25.10.2018

Hausärzte führen eigene Versorgungs-App ein

Berlin – Der Deutsche Hausärzteverband führt zusammen mit der GWQ ServicePlus AG und der Egopulse Deutschland GmbH eine TÜV-zertifizierte Versorgungs-App mit dem Namen „Egopulse“ ein. Mit ihr können Ärzte künftig mit ihren Patienten „sicher, einfach und strukturiert kommunizieren und... Details
25.10.2018

MDR: Unbehagen vor dem 26. Mai 2020

Berlin – Die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) macht der Branche zu schaffen. Das wird beim 19. Berliner Medienseminar des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) deutlich. Die Medical Device Regulation wird ab dem 26. Mai 2020 verpflichtend. Ein Beispiel, wie die MDR bereits jetzt wirkt,... Details
25.10.2018

Studie: Medizintechnikfirmen sind Ideengeber

München – Die aktuelle Krankenhausstudie der Beratungsfirma Roland Berger legt einen Fokus auf Medizintechnik-Unternehmen. Ein Ergebnis: 70 Prozent der Kliniken geben an, gezielt mit Unternehmen der Medizintechnik zu kooperieren. Mehr als die Hälfte der Kooperationen (61 Prozent) hat die... Details
23.05.2018

Schlaganfall-Risiko Vorhofflimmern: Frühzeitige Diagnose und Therapie wichtig

Eltville – Herzrhythmusstörungen treten in der Bevölkerung relativ häufig auf, mit Vorhofflimmern als häufigster Form. Durch diese Form des Flimmerns pumpt das Herz weniger Blut. Es können sich Blutgerinnsel im linken Vorhof bilden und in das Gehirn gelangen, wo sie ein Blutgefäß verstopfen... Details

Verwandte Inhalte

25.10.2018

Damit die Prothese nicht mehr wie ein Fremdkörper wirkt

Freiburg – Ein internationales Forschungsteam mit Freiburger Beteiligung entwickelt eine spezielle Kodierung für Stromimpulse. Mit ihrer Hilfe sollen Prothesen nicht mehr wie Fremdkörper wirken.
Das neue Verfahren ermöglicht es Patienten, mit ihrer Armprothese genauer zu greifen und diese... Details
25.10.2018

Pflegepersonal-Stärkungsgesetz: Kritik an DRG-Regelung

Berlin – Das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz stößt bei Gesundheitsverbänden auf Kritik. Das zeigen die öffentliche Anhörung im Bundesgesundheitsausschuss und die schriftliche Stellungnahme von Experten. Bereits Ende September wurde das Gesetz im Bundestag diskutiert.
Der AOK-Bundesverband... Details
25.10.2018

Schlaganfallpatienten trainieren mit Robotern

Konstanz – Erholungserfolg dank Robotertraining: Forscher des Lurija Instituts für Rehabilitationswissenschaften und Gesundheitsforschung haben untersucht, ob ein roboterassistiertes Bewegungstraining Schlaganfallpatienten helfen kann.
Zehn Schlaganfall-Betroffene mit Armlähmung konnten während... Details
11.07.2018

Neue Studie zu Katheterbehandlung bei größeren Schlaganfällen

Hamburg/Heidelberg – Bei einer Thrombektomie lassen sich Blutgerinnsel nach einem Schlaganfall mit Hilfe eines Katheters aus dem Gehirn entfernen. Eine aktuelle Studie untersucht nun, ob auch von mittelschweren Schlaganfällen betroffene Patienten von dem modernen Verfahren profitieren können.... Details

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Barrierefrei nach W3C "Web Content Accessi- bility Guidelines 1.0", Stufe A.