Zur Startseite der Aktion Meditech

Navigation

Künstliche Ernährung zu Hause - geht das überhaupt? 19.05.2011    

Vergrößern
Mit der entsprechenden Schulung können Patienten die parenterale Ernährung auch selbst zu Hause durchführen.
Essen macht Spaß und hat eine wichtige soziale Funktion - im Familienkreis, mit Kollegen oder unter Freunden. Tausende Menschen in Deutschland können oder dürfen allerdings nicht mehr essen: Sie leiden an akuten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, schweren Essstörungen oder haben eine große Operation an den Verdauungsorganen hinter sich.



Vergrößern
Die einzelnen Nährstoffe des Dreikammerbeutels werden erst kurz vor ihrer Verwendung miteinander gemischt. Dadurch entsteht eine frische Infusionslösung.
Parenterale Ernährung sichert Überleben
Ohne die lebenswichtige Aufnahme von Energie, Nährstoffen und Wasser kann der menschliche Körper nicht länger als ein paar Tage überleben. Nur eine künstliche Ernährung kann helfen und ein qualvolles Verhungern und Verdursten verhindern. Sind die Verdauungsorgane weitgehend intakt, kommt häufig die Versorgung mit einer Magensonde in Frage. Diese Form der künstlichen Ernährung, auch enterale Ernährung genannt, hilft jedoch nur einem Teil der Betroffenen. Patienten, deren Verdauungstrakt durch Tumore oder andere Erkrankungen zeitweise oder auch dauerhaft geschädigt ist, müssen parenteral ernährt werden: Sie erhalten die lebenswichtigen Nährstoffe als Infusion, die über ein Portsystem direkt in die Venen gelangen.


Verlust von Normalität
Die Umstellung auf parenterale Ernährung bedeutet für die Betroffenen einen großen Einschnitt in ihrem Leben. Mund und Speiseröhre, aber auch Magen und Darm werden vollständig umgangen. Die Patienten verlieren mit der natürlichen Nahrungsaufnahme ein wichtiges Stück Lebensqualität. Noch bis vor wenigen Jahren war die intravenöse Ernährung oft gleichbedeutend mit einem längeren Krankenhausaufenthalt. Eine ambulante Versorgung zu Hause war kaum möglich, da absolute Keimfreiheit bei der parenteralen Ernährung überlebenswichtig ist. Für die Zusammensetzung der Infusion war der Arzt verantwortlich - ein äußerst schwieriges Unterfangen, wenn man an die vielen Faktoren einer gesunden Ernährung denkt. Kam es beim Mischen der Inhaltsstoffe zu Fehlern, konnte das für die Patienten unangenehme Nebenwirkungen bis hin zur Unterernährung haben.

Versorgung zu Hause möglich
Heute ermöglichen moderne medizintechnologische Verfahren eine weitgehend problemlose künstliche Ernährung zu Hause. Oft bleiben den Patienten dadurch lange und belastende Krankenhausaufenthalte erspart. Sie können zu Hause am Familienleben teilnehmen und nicht selten trägt die gewohnte Umgebung positiv zum Genesungsprozess bei. Durch industrielle Herstellungsverfahren ist die Keimfreiheit der Nährlösungen stets gewährleistet. Ein so genannter Dreikammerbeutel umschließt die Nahrung sicher und macht die Aufbewahrung zu Hause ohne Kühlung bis zu zwei Jahre möglich. Um die Infusionen genau auf die Bedürfnisse des Patienten abzustimmen, kann der Arzt heute aus einer Vielzahl von Größen und Zusammensetzungen der Dreikammerbeutel wählen.

Problemlose Handhabung
Innovative Dreikammerbeutel zeichnen sich besonders durch ihre einfache und sichere Handhabung aus. Nach einer Einweisung durch Arzt und Pflegepersonal können der Patient beziehungsweise die Angehörigen die intravenöse Ernährung selbständig zu Hause durchführen. Der entscheidende Vorteil moderner Systeme: Die einzelnen Bestandteile werden erst kurz vor der Verwendung gemischt. Ein einfaches Aufrollen des Beutels genügt, damit Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße aus den drei Kammern sich zu einer frischen Nährlösung vermischen. Durch Zugabe von Vitaminen und Spurenelementen entsteht innerhalb kurzer Zeit die fertige Infusion.

Ausgewogene Mischung entscheidend
Jeder weiß, wie wichtig eine ausgewogene und gesunde Ernährung für den menschlichen Körper ist. Dies trifft umso mehr für schwerkranke Menschen wie zum Beispiel Tumorpatienten zu, deren Abwehrkräfte gestärkt werden müssen. Die ernährungswissenschaftliche Qualität der parenteralen Ernährung hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Eine gesunde Mischung der Nährlösung wird vor allem durch einen besonders hohen Anteil einfach ungesättigter und auf Olivenöl basierender Fettsäuren gewährleistet. Dieser Anteil kann unter den verschiedenen Herstellern jedoch stark variieren. Patienten und ihre Angehörigen sollten deshalb nach Möglichkeit auf die Zusammensetzung ihrer verwendeten Dreikammerbeutel achten.

Das richtige System wählen
Moderne Dreikammerbeutel werden im Rahmen einer parenteralen Ernährung von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Betroffene können sich von ihrem behandelnden Arzt über die unterschiedlichen Systeme und Inhaltsstoffe aufklären lassen.

Nachrichten

27.07.2017

Aortenklappenstenose: Kathetergestützte Aortenklappenimplantation zeigt weiter Vorteile

Eltville – Die Verengung der Aortenklappe (Aortenklappenstenose) gehört europaweit zu den häufigsten Herzklappenerkrankungen. Sie tritt verschleißbedingt insbesondere im hohen Lebensalter auf. Neben den konventionellen Operationsverfahren bieten minimalinvasive kathetergestützte Techniken eine... Details
30.05.2017

Bauchspiegelungen: Moderne Medizintechnologie ermöglicht dem Arzt räumliches Sehen

Eltville – Chirurgische Eingriffe sind durch die Entwicklung der Bauchspiegelung, auch Laparoskopie genannt, wesentlich risikoärmer für die Patienten geworden. Bei der Laparoskopie werden die Bauchhöhle und die darin liegenden Organe mit speziellen Stablinsen-Optiken durch kleine, vom Chirurgen... Details
25.04.2017

Defibrillatorweste schützt wirksam vor dem plötzlichen Herztod

Eltville – Der plötzliche Herztod (PHT) ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die einzige wirksame Behandlung ist die Defibrillation. Patienten mit einem dauerhaften PHT-Risiko werden in der Regel mit einem implantierbaren Cardioverter Defibrillator (ICD) versorgt. Für Patienten... Details
11.04.2017

Gefährliche Blutgerinnsel: Thrombose und Lungenembolie

Eltville – Die Lungenembolie ist nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste zum Tode führende Herz-Kreislauf-Erkrankung. Sie wird häufig durch eine tiefe Venenthrombose in einer unteren Extremität verursacht. Eine Lungenembolie muss immer im Krankenhaus behandelt werden. Dort kommen... Details
16.03.2017

Ein dickes Problem: Adipositas und Diabetes

Eltville – Nach dem aktuellen Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2017 liegt Deutschland mit einer absoluten Anzahl von 6,5 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus im europäischen Vergleich an zweiter Stelle. Rund 95 Prozent der Betroffenen sind dabei an Typ-2-Diabetes erkrankt. Dieser ist... Details

Verwandte Inhalte

21.09.2017

SMS-Service gegen sexuell übertragbare Infektionen

Bochum – Chlamydien, Syphilis oder Gonorrhö: Menschen, bei denen eine sexuell übertragbare Infektion (STI) diagnostiziert wird, empfinden dies oft als peinlich. Ehemalige Sexualpartner darüber zu informieren, dass sie sich möglicherweise angesteckt haben, kostet Überwindung. Das Zentrum für... Details
15.11.2016

Aktion Meditech Medien-Seminar: Gesundheit für Herz und Gefäße

Hamburg – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. Bei der Therapie von Herzerkrankungen profitieren Patienten von innovativen Medizintechnologien. Der medizintechnische Fortschritt ermöglicht schonendere Verfahren und eine bessere Versorgung, wie... Details
18.08.2016

„Ohne medizintechnische Innovationen würde es die moderne Herzchirurgie nicht geben“

In unserem Interview erläutert Professor Dr. med. Ralf Seipelt, Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie der SHG Kliniken Völklingen, den Nutzen fortwährender medizintechnischer Innovationen in der Herzchirurgie unter anderem am Beispiel der TAVI.
Wie wichtig sind medizintechnische... Details
08.06.2016

Flüssigkeitstherapie auf dem OP-Tisch

Während einer Operation und auf der Intensivstation ist die lückenlose Überwachung der Herz- und Kreislauffunktion eines Patienten wesentlich. Um darüber hinaus möglichen Komplikationen vorzubeugen, wird auch empfohlen, das Flüssigkeitsvolumen des Patienten rund um die Operation in einem... Details

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Barrierefrei nach W3C "Web Content Accessi- bility Guidelines 1.0", Stufe A.