26.07.2010
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Effektiver Schutz vor Implantatallergien
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In der Endoprothetik stellen allergische Reaktionen gegenüber Metallen wie Nickel, Chrom und Kobalt, die für die Herstellung von Knie- oder Hüftimplantaten eingesetzt werden, ein zunehmendes Problem dar. Moderne mehrfach beschichtete Prothesen bieten Allergie-Patienten nun sicheren Schutz vor dem Auftreten einer Kontaktallergie, die nicht selten schwere Hautreaktionen, Blutergüsse, Schwellungen oder Wundheilungsstörungen hervorruft. Im schlimmsten Fall ist sogar die Explantation der Prothese erforderlich.
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In Deutschland leiden mittlerweile rund sieben Prozent der Menschen an einer Überempfindlichkeit gegen einige Implantatbestandteile. In der Hüftendoprothetik steht für die Betroffenen schon seit Jahren die Versorgung mit antiallergischen Prothesen aus Titan zur Verfügung. Leider ist diese Strategie im Kniebereich nicht einsetzbar: Titan kann den unterschiedlichen mechanischen Belastungen eines Kniegelenks nicht standhalten. Bislang wurde daher versucht, Allergien mit einer einfachlagigen Beschichtung der Knieimp-lantate zu verhindern. Problem hierbei: Das Risiko so genannter mechanischer Abplatzer von der Oberfläche des Implantats ist relativ hoch und die allergieauslösenden Stoffe können infolgedessen wieder aus der Prothese austreten. Abhilfe schafft nun ein modernes mehrlagiges Beschichtungssystem, das aus insgesamt sieben Lagen besteht. Eine Haftschicht stellt die feste und dauerhafte Verbindung zwischen der Prothese und den darauf folgenden Schichten sicher. Fünf Zwischenschichten werden abwechselnd aufge-tragen und bilden Stabilität zwischen der relativ weichen Haft- und der sehr harten Deckschicht. Die Schichten werden mittels eines innovativen physikalischen Verfahrens auf das Basisimplantat aufgetragen. Dieses so genannte Aufdampfverfahren ermöglicht einen schonenden Beschichtungsprozess, in dessen Verlauf die einzelnen Schichtbestandteile stark verdichtet werden, so dass eine verbesserte Haftung erreicht wird. Die Gefahr von mechanischen Abplatzern wird damit nachweislich reduziert. Durch die neue Zusammensetzung der Beschichtungslagen ist die Barrierewirkung gegen den Austritt der Kontakt-allergene auf einem hohen Niveau garantiert; der Patient ist besser vor einer allergischen Reaktion geschützt. Die speziellen Endoprothesen finden in vielen Kliniken, die Gelenkersatzoperationen anbieten, bereits Anwendung. Dabei werden die Kosten für ein modernes antiallergisches Implantat von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet, sofern das Ergebnis eines Epikutantests eine Implantatallergie vermuten lässt.
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