Grundsätzlich gilt: Schlaganfall-Patienten sollten so schnell wie möglich in das nächste Krankenhaus transportiert werden, das über eine „Stroke Unit” verfügt. Mit Medikamenten können Ärzte dort das Blutgerinnsel im Gehirn auflösen, das den Schlaganfall verursacht hat. Doch diese Infusionsbehandlung, die Thrombolyse, kann das Blutgerinnsel nicht immer vollends entfernen. Die Erfahrung zeige, so DGNR-Präsident Prof. Rüdiger von Kummer, dass die Auflösung des Gerinnsels bei nur etwa 40 Prozent der Patienten gelinge. Die Fachgesellschaft setzt sich daher dafür ein, dass künftig nach der Thrombolyse vermehrt eine Katheterbehandlung zum Einsatz kommt.
An einigen neuroradiologischen Zentren wird dieses Verfahren - das beim Herzinfarkt längst Standard ist - bereits angeboten. „Technisch ist dies auch beim Schlaganfall möglich. Das Gerinnsel wird mechanisch beseitigt“, erklärt von Kummer, der das Dresdner Universitäts-SchlaganfallCentrum leitet. Die ersten Erfahrungen mit dem neuen Behandlungsansatz seien gut. Doch wie immer bei neuen Therapien könne der Stellenwert erst nach dem Abschluss größerer Studien beurteilt werden. „Die Zeit für eine solche Studie ist jetzt gekommen. Sie wird schon vorbereitet“, so von Kummer.
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