„Ich kann sagen, dass wir einen solchen Vorschlag, jeden Kontakt mit einer Gebühr zu belegen, unterstützen würden“, sagt Dr. Andreas Köhler, KBV-Vorstandsvorsitzender. Grund sei, dass die Ärzte so mehr Zeit für die einzelnen Patienten hätten – und damit die durchschnittlich 18 Arzt-Patienten-Kontakte pro Jahr in Deutschland gesenkt werden könnten. „Das ist eine enorm hohe Zahl. Im europäischen Vergleich zu anderen Versorgungssystemen ein Ausreißer“, konstatiert der KBV-Chef. Er weist darauf hin, dass so mancher Arztbesuch nur aus sozialen Gründen durch eine Kontaktprämie verhindert werden könnte; pro Arztbesuch schweben ihm fünf Euro vor. Köhler sieht damit keine Mehrbelastung für die meisten Patienten, da diese durchschnittlich etwa zwei Arztkontakte im Quartal hätten. Er räumt allerdings auch ein, dass man für chronisch Kranke eine Belastungsgrenze einziehen müsse. Anhaltspunkte, dass eine Arzt-Kontakt-Gebühr kommen wird, sieht Köhler derzeit aber nicht. Auch CSU-Gesundheitsexperte Johannes Singhammer schließt eine Praxisgebühr für jeden Arztbesuch oder eine Erhöhung der Praxisgebühr mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.
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